LA: IOC-Chef Bach würde lebenslange Dopingsperren unterstützen

Peking (APA) - „Wenn jemand aus einer Suspendierung zurückkommt, muss man ihn behandeln wie jeden anderen auch.“ Thomas Bach verweist auf ge...

Peking (APA) - „Wenn jemand aus einer Suspendierung zurückkommt, muss man ihn behandeln wie jeden anderen auch.“ Thomas Bach verweist auf geltende Rechte für ehemalige Dopingsünder. Der IOC-Präsident machte am Freitag im Vorfeld der Leichtathletik-WM in Peking aber kein Hehl daraus, dass er persönlich anders denkt. „Wenn man mich nach meinem Gefühl fragt, würde ich lebenslange Sperren unterstützen.“

Er sei bereits 1981 beim Olympischen Kongress in Baden-Baden als Athletenvertreter dafür eingestanden, lebenslange Sperre anzudenken. „Aber ich wurde (später) von Juristen belehrt. Vor Gerichten hält das nicht, das muss man akzeptieren“, sagte Bach. Gemeinsam mit Sebastian Coe, der nach der WM dem Senegalesen Lamine Diack als Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF) nachfolgen wird, werde er den Kampf gegen Doping fortführen: „Wir werden eng zusammenarbeiten. Saubere Athleten müssen geschützt werden.“

Besonders in der Kritik steht dieser Tage der Sprint-Jahresschnellste Justin Gatlin, der nach bereits zwei Dopingsperren in der Form seines Lebens läuft. Mit Tyson Gay (USA) und Asafa Powell (Jamaika) haben zwei weitere Athleten die Chance auf die Teilnahme am WM-Finale über 100 m am Sonntag, die auch bereits wegen Dopings gesperrt waren.

Der unbescholtene Titelverteidiger Usain Bolt ist da eigentlich zum Siegen verdammt, will man der Diskussion nicht noch mehr Nahrung geben. „Es gibt Regeln, ich glaube an Regeln“, sagte 1.500-m-Läuferin Jenny Simpson am Freitag auf der Pressekonferenz der US-Amerikaner auf das Reizthema Gatlin angesprochen. Dieser war nicht anwesend.

Der scheidende IAAF-Präsident Diack sieht trotz der jüngsten Enthüllungen und massiven Anschuldigungen gegen die Leichtathletik und auch den Weltverband das Image nicht beschädigt. „Ich glaube nicht, dass der Sport die Glaubwürdigkeit verloren hat“, sagte er auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bach, sprach von Sensationsjournalismus und lächerlichen Anschuldigungen. Von pauschalen Vorverurteilungen hält auch Bach nicht viel, allerdings möchte er die Ergebnisse der Untersuchungskommission abwarten.

Bach verwies auch auf eine erste Stellungnahme der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Darin hatte es geheißen, dass die vor dem biologischen Pass untersuchten Bluttests auf keinen Fall einen definitiven Doping-Beweis erbringen, sondern bestenfalls als Hinweis auf Doping-Missbrauch gewertet werden können.