Immer dem Ultraleichtflieger nach: Waldrappe starten Richtung Toscana

Seekirchen/Wien (APA) - Immer dem Ultraleichtflugzeug nach: Unter dieser Devise starten morgen, Samstag, früh von ihrem Trainingslager in Se...

Seekirchen/Wien (APA) - Immer dem Ultraleichtflugzeug nach: Unter dieser Devise starten morgen, Samstag, früh von ihrem Trainingslager in Seekirchen am Wallersee in Salzburg 31 junge Waldrappe Richtung Italien. Die von Hand aufgezogenen Tiere sind Teil eines der größten Artenschutzprojekte Europas, dessen Ziel es seit dem Start 2014 ist, Waldrappe bis 2019 in Europa wieder heimisch zu machen.

Der Waldrapp verschwand nach intensiver Bejagung um 1630 aus Europa, wie die Veterinärmedizinische Universität Wien am Freitag in einer Aussendung erläuterte. In den 1990er-Jahren gelang es der Konrad-Lorenz-Forschungstelle in Grünau im Almtal (OÖ), die Zugvögel in freier Wildbahn wieder anzusiedeln. Dort wurde auch die Idee entwickelt und erstmals schon 2003 umgesetzt, die Ibisart hinter einem Leichtflugzeug Richtung Süden zu lotsen.

Seit 2008 kümmert sich die Vetmeduni um die medizinische Versorgung der Waldrappe, und da hatte man zuletzt einiges zu tun. „Vergangene Woche litten einige der handaufgezogenen Tiere vermutlich wegen der extremen Hitze unter einer akuten Magen-Darm-Infektion. Der Start musste deshalb verschoben werden“, erklärte Tierärztin Alexandra Scope. Die erste Etappe am Samstag soll bis zum Flugplatz Mauterndorf im Lungau führen, das sind ungefähr 110 Kilometer.

Den 31 Jungvögeln - sie stammen aus dem Wiener Tiergarten Schönbrunn - werden bald 17 weitere Richtung Toscana folgen, die bereits von ihren Eltern aufgezogen wurden. Diese Generation, die in Kuchl in Salzburg und in Burghausen im benachbarten Bayern siedelt, kennt den Weg bereits und weist dem Nachwuchs selbst den Weg ins Winterquartier in der Maremma.

Auch dort kümmert sich Alexandra Scope um die gesundheitlichen Belange der Zugvögel, im kommenden Jahr wahrscheinlich mehr als 80. „Ein Waldrapp, der in vergangenen Jahr angeschossen und von uns behandelt wurde, ist nach einem Flügelbruch wieder voll flugfähig und zog dieses Jahr wieder Junge auf“, berichtete die Tierärztin. Im Gegensatz dazu hat es das Schicksal zuletzt mit einem Jungtier nicht gut gemeint: Es ist vor wenigen Tagen tödlich verunglückt.