Tschechien gedachte des 47. Jahrestages der Warschauer-Pakt-Invasion
Prag (APA) - Mit Versammlungen und Kranzniederlegungen ist in Tschechien am Freitag des 47. Jahrestages der Invasion des Warschauer Paktes i...
Prag (APA) - Mit Versammlungen und Kranzniederlegungen ist in Tschechien am Freitag des 47. Jahrestages der Invasion des Warschauer Paktes in der damaligen CSSR am 21. August 1968 gedacht worden. Regierungschef Bohuslav Sobotka erklärte vor dem Gebäude des Prager Rundfunks, der damalige Versuch, das kommunistische Regime zu reformieren, sei mit dem Einmarsch der ausländischen Truppen „endgültig gescheitert“.
Der „Kasernen-Sozialismus sowjetischen Typs“ habe sich mit der Militärintervention des damaligen Sowjet-Führers Leonid Breschnew zur Niederschlagung des Prager Frühlings endgültig diskreditiert, betonte Sobotka, „nicht nur in den Augen eines großen Teil unserer Bürger, sondern auch vor dem Großteil der Weltöffentlichkeit“.
Der tschechische Senatspräsident Milan Stech sagte, es wäre ein Irrtum zu denken, dass es sich bei den Ereignissen von 1968 um eine weit entfernte Vergangenheit handle, die keinen Zusammenhang zur Gegenwart habe. „Die ruhigen Zeiten sind vorbei. Die Situation in Europa heute ist anders als jene vor 20 Jahren. Russland hat sich wieder zu einer Invasion entschlossen und die Krim besetzt“, sagte Stech mit Blick auf den Ukraine-Konflikt.
Die Streitkräfte von fünf Staaten des Warschauer Paktes - der Sowjetunion, der DDR, Polens, Ungarns und Bulgariens - waren in der Nacht vom 20. auf 21. August 1968 in die damalige Tschechoslowakei einmarschiert, um die als Prager Frühling bekannte Demokratiebewegung innerhalb der tschechoslowakischen KP niederzuschlagen. Die Invasion forderte bis Ende 1968 mehr als 100 Tote und 500 Schwerverletzte.
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