Test

Strippenzwang für Kias Kantigsten

Ein wenig SUV-Optik ist ihm geblieben, dem Soul in elektrischer Ausführung – wie die konventionell angetriebenen Modelle muss der EV aber auf Allrad und damit auf Ausflüge ins Gelände verzichten.
© Höscheler

Den Soul bieten die Koreaner in einer zügig beschleunigenden Elektrovariante an.

Terfens –Ein Nischendasein pflegt der Soul in Österreich seit seiner Vorstellung Ende 2008 – das gilt auch für die zweite Generation, wie die aktuellen Zulassungszahlen belegen: Bis Juli verkaufte Kia von dem kleinen Sport Utility Vehicle 175 Exemplare, modellübergreifend setzten die Koreaner heuer aber österreichweit 5073 Einheiten ab. Noch einmal eine Nische in der Nische bedient jene Soul-Variante, die auf herkömmliche Benzin- und Dieselmotoren pfeift, stattdessen mit einem 27 Kilowattstunden fassenden Lithium-Ionen-Polymer-Akku unterwegs ist, der einen 111 PS starken Elektromotor ansatzlos mit Energie versorgt. Der Drehmomentschub von 285 Newtonmetern ab Stillstand ist enorm, gefühlt beschleunigt der Stromer fast wie ein Sportwagen. Überrascht waren wir daher, dass das Datenblatt einen Sprint von null auf 100 km/h in eher gemächlichen 11,2 Sekunden aufleuchten lässt.

Die Technik

Motor: E-Motor

Speicher: Lithium-Ionen-Polymer

Drehmoment: 285 Nm bei 0 U/min

Leistung: 81,4 kW/111 PS

L/B/H: 4140/1800/1593 mm

Gewicht: 1490/1960 kg

Kofferraumvolumen: 281 – 891 l

Kapazität: 27 kWh

Höchstgeschwindigkeit: 145 km/h

0 – 100 km/h: 11,2 Sekunden

Verbrauch: 14,5 kWh/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderradantrieb

Preis: ab 31.990 Euro

CO2-Emission: 0 g/km

Dabei ist der Soul EV für Illusionen nicht zu haben. Größere Reiseausflüge lassen sich mit dem 4,14 Meter langen Grenzgänger zwischen Klein- und Kompaktwagen nicht verwirklichen, die ausgewiesene Bruttoreichweite von 212 Kilometern würde allenfalls von Innsbruck bis zum Gardasee reichen. Im Test waren rund 165 Kilometer realistisch, bei angenehmen Temperaturen und bei Benützung der Klimaanlage, der Navigation und des Soundsystems. Die Darstellung des 8-Zoll-Touchscreens überzeugt, die Anbindung ans Smartphone via Bluetooth gelingt allürenfrei.

Angenehm ist das Platzangebot auf den beiden Vordersitzen, auch die hintere Reihe verdient Akzeptanz – das Kofferraumvolumen, das von 281 bis 891 Liter reicht, signalisiert Kleinwagenniveau und empfiehlt sich in der Konsequenz für Stadtausfahrten. Ab 31.990 Euro bietet Kia den Soul EV an, für umweltbewusste Pendler stellt er eine Option dar. (hösch)