Erdogan: Autoritärer Staatspräsident der Türkei

Istanbul (APA/dpa) - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wurde im Februar 1954 im Istanbuler Arbeiter- und Armenviertel Kasim...

Istanbul (APA/dpa) - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wurde im Februar 1954 im Istanbuler Arbeiter- und Armenviertel Kasimpasa geboren. Seine Familie stammt von der Schwarzmeerküste. Erdogan wuchs in Kasimpasa auf, wo er auf der Straße Wasser und Sesamkringel verkaufte, um zum Familienunterhalt beizutragen. Zudem zog es Erdogan auf den Fußballplatz, er spielte zeitweise in der Amateurliga.

Geprägt wurde er vom Besuch der religiösen Imam-Hatib-Schule, an der Prediger und Vorbeter ausgebildet werden. Er absolvierte außerdem ein Studium an der Wirtschaftsfakultät der Marmara-Universität in Istanbul.

Erdogan machte eine steile politische Karriere. 1994 wurde er Bürgermeister von Istanbul. 2001 gehörte er zu den Mitgründern der islamisch-konservativen AKP. Bereits im Jahr darauf gewann die AKP die Parlamentswahl. 2003 wurde Erdogan Ministerpräsident und führte seine Partei von Wahlsieg zu Wahlsieg. Seine Kritiker warfen Erdogan schon in seiner Zeit als Ministerpräsident zunehmende Autorität vor.

Seit August 2014 ist Erdogan Präsident der Türkei und damit das erste direkt vom Volk gewählte Staatsoberhaupt. Die AKP trat zur Parlamentswahl am 7. Juni mit dem Versprechen an, ein Präsidialsystem einzuführen, und damit Erdogan mehr Macht zu verleihen. Die Partei verlor aber ihre absolute Mehrheit, die Regierungsbildung scheiterte. Nun soll es nach dem Willen Erdogans am 1. November Neuwahlen geben.