Frequency: Der Weg zum Wahnsinn führte über viele Genres
St. Pölten (APA) - Ein Transparent mit der Aufschrift „Way to Madness“ war beim Eingang zum FM4 Frequency Festival in St. Pölten aufgespannt...
St. Pölten (APA) - Ein Transparent mit der Aufschrift „Way to Madness“ war beim Eingang zum FM4 Frequency Festival in St. Pölten aufgespannt . Und der Weg zum Wahnsinn, am Freitag konnte damit durchaus der Headliner The Prodigy gemeint gewesen sein, führte über viele Genres - etwa von Indie über Folk und Punk zum Rock und Hip-Hop. Das Wetter war am Tag 2 etwas gnädiger, sogar ein bisschen Sonne ging sich aus.
Arejay Hale (Drums) von der US-Band Halestorm applaudierte dem Publikum: „Die Leute schlafen im Schlamm, sie stehen 13 Stunden lang an der Absperrung vor der Bühne - ohne Nahrung außer Bier. Das ist fantastisch!“, betonte er im Gespräch mit der APA. Immer wieder aufkommende Kritik, das Publikum würde zu solchen Veranstaltungen nur zum Feiern und nicht wegen der Musik kommen, konnte er nicht nachvollziehen: „Natürlich wollen sie Party machen, aber auch zuhören. Zelten ohne Komfort, lange anstellen, im Stau stehen, wenig schlafen, vor der Bühne ausharren - man tut sich das nicht an, wenn man nur betrunken sein will. Dazu braucht man kein Festival, für das man Eintritt zahlt.“
Abgesagt haben Echosmith wegen einer Erkrankung, dafür durften die Wiener Kids N Cats einspringen und das Treiben auf der Space Stage eröffnen, bevor die Münchner Electropop-Truppe Exclusive dort recht souverän das Kommando übernahm und zu ersten Tanzeinlagen vor der Bühne animierte. Parallel waren auf der Green Stage Circa Waves die ideale Festival-Nachmittagsbesetzung: Die Liverpooler spielten von Gitarren getriebenen Britpop der alten Schule, da kann man vielleicht künftig noch mehr erwarten.
Ungewöhnliche Festivaltöne, nämlich extrem ruhige, erschallten am späteren Nachmittag auf der Space Stage: William Fitzsimmons bot mit intensiven, nachdenklichen Liedern, wunderbar sparsam und satt zugleich instrumentiert und mit viel Gefühl gesungen, einen akustischen Kontrast zum Happy-Sound. Auch das wurde angenommen, wenn auch von einer überschaubaren Masse.
Shows der etwas anderen Art werden den Frequency-Besuchern in diesem Jahr im Artpark geboten. Passend zum Motto „Space Circus“ geben sich in dem Zirkuszelt-Verschnitt neben der Hauptbühne Körperkünstler aller Art die Klinke in die Hand: Breakdancer, Hip-Hop-Crews und Akrobatik- bzw. Feuerkünstler zeigen vor der doch recht beachtlichen Zuschauermenge ihr Bestes, die zuvor von den Pole- und Chairtänzerinnen angeheizt wurden.
Zufrieden mit dem Festivalauftakt zeigte sich nicht nur die Behörde („keine nennenswerten Vorfälle bisher“), sondern auch Veranstalter Harry Jenner. „Wir haben ja die Wege zum Nightpark stark verkürzt“, sagte er zur APA. Das Nachtprogramm findet heuer erstmals nicht abseits des Daypark statt, sondern in den Hallen am VAZ-Gelände quasi neben der Hauptbühne. „Das war logistisch gar nicht einfach umzusetzen, aber alles klappte perfekt.“ Jenner wies außerdem auf die Nautilus, ein Fischlokal, das zwischen Pariser Bistro und britischem Pub vor Anker lag, hin: „Darauf bin ich stolz. Und die Leute nehmen das gastronomische Angebot an.“
Kommentare