Segelflieger startete von Seegrube dank reiner Muskelkraft
Vor 75 Jahren startete zuletzt ein Segelflugzeug von der Innsbrucker Nordkette, das nur mit Muskelkraft und einem Gummiseil in die Luft gebracht wurde. Gestern gelang den Männern der Segelfliegervereinigung wieder ein derartiger Start.
Innsbruck – „Kommando Ausziehen“, hieß es gestern auf der Innsbrucker Seegrube. Doch dabei ließ niemand die Hüllen fallen – vielmehr war das der Startschuss für einen historischen Segelflug. 75 Jahre und einen Tag nach dem letzten derartigen Flug ging gestern ein Nachbau des Röhnbussards von damals in die Luft.
„Der Segelflieger ist aus leichtem Holz gebaut. Ganz vorne wird eine Startfalle angebracht, die mit einem Gummiseil verbunden ist“, erklärte Manuela Eder vom Innsbrucker Segelflieger Verein (ISV) den Startvorgang. Und der musste 15 Minuten früher als geplant eingeleitet werden. Die schlechter werdenden Wetterverhältnisse machten dies dringend nötig. Kein Problem für den Piloten. Walter Wartlsteiner war ohnehin schon lange „startklar“ und freute sich auf den Flug.
Dann ging es los. Auf zwei Seiten zogen jeweils zwölf Männer, so genannte Gummihunde, am Gummiseil. „Kommando Halten“, hieß es dann für zwei bis drei Sekunden, ehe mit dem „Kommando Start“ Wartlsteiners Frau die Startfalle löste und der Segelflieger von der Seegrube über die Hangkante hinausgeschleudert wurde.
Unter den bewundernden Blicken vieler Schaulustiger drehte der Segelflieger noch ein paar Runden, bevor er am Flughafen Innsbruck sicher landete. „Ein historisches Erlebnis. Schön, dabei zu sein“, sagte Alois Holzknecht, einer der Gummihunde. (jb)
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