Schweiz: Geldwäscheskandal um usbekische Präsidententochter
Zürich/New York (APA) - In einem umfangreichen Geldwäsche-Skandal um die schillernde usbekische Präsidententochter Gulnara Karimowa hat die ...
Zürich/New York (APA) - In einem umfangreichen Geldwäsche-Skandal um die schillernde usbekische Präsidententochter Gulnara Karimowa hat die Schweiz große Geldmengen gesperrt. Sie kam damit einem Gesuch der USA nach, berichtet die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) am Freitag in ihrer Online-Ausgabe.
Gemessen an der Höhe der beschlagnahmten Gelder handle es sich „wohl um den größten Geldwäschereifall“, den die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) je untersucht habe, schreibt die NZZ. Auf Schweizer Bankkonten seien mehr als 800 Millionen Franken (742,67 Mio Euro) gesperrt, die – so der Verdacht – bei der Vergabe von Mobilfunklizenzen in Usbekistan als Schmiergelder an das Umfeld der ältesten Tochter von Präsident Islam Karimow geflossen sein sollen.
Die 43-jährige Gulnara Karimowa galt lange als designierte Nachfolgerin des usbekischen Alleinherrschers. Sie vertrat ihr Land bei der UNO in Genf, trat als Unternehmerin und Wohltäterin auf, betätigte sich als Modedesignerin und sorgte unter dem Künstlernamen Googoosha als Sängerin für Aufsehen . 2013 fiel die „Prinzessin“ der Herrscherfamilie aber offensichtlich in Ungnade. Sie wurde als UN-Botschafterin abberufen, nach Taschkent zurückbeordert und verschwand nach Angriffen via Twitter gegen eigene Familienmitglieder von der Bildfläche.
Die Schweizer Bundesanwaltschaft nutzte den Wegfall der diplomatischen Immunität und dehnte ein im Juli 2012 eröffnetes Geldwäscheverfahren im September 2013 auf die Präsidententochter aus. Auf Ersuchen der USA ließ das Schweizer Justizministerium (BJ) nun weitere Vermögenswerte sperren.
Laut „Wall Street Journal“ ist der Vorstoß der US-Justiz Teil eines umfassenden Versuchs, mutmaßliche Korruptionsgelder in der Höhe von rund einer Milliarde Dollar (890 Mio. Euro) sicherzustellen, die bei der Vergabe von Mobilfunklizenzen und anderen Telekom-Aufträgen in Usbekistan geflossen sein sollen. Kontensperren seien auch in Irland, Belgien und Luxemburg beantragt worden.
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