USA kritisieren China wegen Kunstinseln in umstrittener Region
Washington/Peking (APA/AFP) - Die USA haben China wegen des Aufschüttens künstlicher Inseln in einer von mehreren Staaten beanspruchten Regi...
Washington/Peking (APA/AFP) - Die USA haben China wegen des Aufschüttens künstlicher Inseln in einer von mehreren Staaten beanspruchten Region im südchinesischen Meer scharf kritisiert. Durch die gigantischen Bauarbeiten in der Umgebung der umstrittenen Spratley-Inseln habe China binnen 20 Monaten bis Juni diesen Jahres eine Fläche von 1200 Hektar geschaffen, kritisierte das US-Verteidigungsministerium am Freitag.
Das sei 17 Mal soviel künstliche Fläche wie andere Länder zusammengenommen in den vergangenen vier Jahrzehnten aufgeschüttet hätten, erklärte das Pentagon unter Berufung auf eigene Berechnungen.
China lässt seit zwei Jahren immer mehr künstliche Inseln in den Gewässern um das Archipel errichten, auf die auch Vietnam, Malaysia, die Philippinen und das Sultanat Brunei Gebietsansprüche erheben. In dem am Freitag veröffentlichten Pentagon-Bericht ist von einer deutlich größeren Fläche die Rede als zuvor: Bisher war geschätzt worden, dass Peking binnen eineinhalb Jahren 800 Hektar geschaffen hatte. China wird auch vorgeworfen, auf den auf Korallenriffen entstehenden Inseln vor allem militärisch nutzbare Einrichtungen wie Landepisten und Häfen anzulegen.
Die USA setzen sich seit Jahren vergeblich dafür ein, den Streit um die für den Welthandel wichtige und vermutlich ölreiche Region im südchinesischen Meer einvernehmlich zu lösen. Die chinesischen Bauvorhaben haben die Spannungen verschärft. Beim ASEAN-Gipfel Anfang August im malaysischen Kuala Lumpur warf US-Außenminister John Kerry Peking eine „Militarisierung“ vor, andere Minister asiatischer Staaten sahen den Frieden in der Region dadurch bedroht.
Diese Befürchtung teilt auch das Pentagon: „Durch sein Handeln verändert China unilateral den Status Quo in der Region“, kritisierte das US-Ministerium am Freitag. Diplomatische Initiativen zur Verringerung der Spannungen würden dadurch erschwert.
China hatte in Kuala Lumpur beteuert, die Aufschüttungen seien beendet. Asiatische Diplomaten glauben aber, dass die Bauarbeiten auf den neu entstandenen Kunstinseln weitergetrieben werden.
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