Frequency - Last Internationale: Ohne Equipment, mit Sozialgewissen
St. Pölten (APA) - Ohne Equipment, aber mit starken Songs waren The Last Internationale am Freitag beim Frequency Festival in St. Pölten ang...
St. Pölten (APA) - Ohne Equipment, aber mit starken Songs waren The Last Internationale am Freitag beim Frequency Festival in St. Pölten angekommen. „Wir spielen auf geborgten Instrumenten“, schmunzelte Gitarrist Edgey Pires, der zusammen mit Sängerin und Gitarristin Delila Paz das Herz der US-Formation bildet, vor dem Auftritt auf der Weekender Stage im Interview mit der APA.
Blues, Rock, Folk und zuletzt auch Soul geben bei der Band den Ton an. Politisch hat das Duo, das sich bei Plattenaufnahmen und auf der Bühne mit Bass und Drums verstärkt, auch einiges zu sagen. Darauf lässt schon die Tatsache schließen, dass man auf dem Label von Tom Morello (Rage Against The Machine) gelandet ist. Tourneen mit The Who und Robert Plant sowie das Album „We Will Reign“ (Sony) machten The Last Internationale zu einem heißen Tipp.
The Last Internationale spielen Bluesrock der alten Schule, klingen aber alles andere als alt. „Man weiß heute gar nicht mehr, was Rock ist. Das ist zum Kaugummibegriff geworden“, meinte Paz. „Natürlich sind wir eine Rock‘n‘Roll-Band, aber wir haben auch ganz andere Einflüsse. Zuletzt haben wir zum Beispiel viel politische Soul-Musik aus den 70ern gehört. Ich bin da voll eingetaucht. Das sind sehr radikale Songs.“
Für „We Will Reign“ konnt man Brendan O‘Brien (Pearl Jam, AC/DC) als Produzenten gewinnen. „Er stand ganz oben auf unserer Wunschliste“, betonte Delila Paz. „Wir haben recht schnell mit ihm aufgenommen. Nur Brendan, wir zwei und Brad Wilk von Rage Against The Machine am Schlagzeug. Genial war das.“
The Last Internationale solidarisieren sich mit der Arbeiterschicht, engagieren sich in sozialen Bewegungen. Dass immer weniger Bands zu aktuellen Problemen Stellung Beziehung, findet Pires traurig: „Die Art, wie heute Musik gemacht wird, ist ganz anders als in den 60ern. Es gibt auch tolle Musik heute, aber die Kultur ist eine andere. Die Bluesmusiker haben damals am Tag Baumwolle gepflückt und am Abend Blues gespielt. In den 60ern und 70ern hatte die Musiker noch immer ein soziales Bewusstsein, sie waren eng mit sozialen Bewegungen verbunden. Darum war die Musik besser.“
Und heute? „Ist eine Wand dazwischen“, antwortete Pires. „Viele Musiker haben keine Ahnung, was in der Welt vor sich geht. Sie nehmen Musik in einer Blase auf. Es gibt so viele grausliche Dinge auf der Welt: Kriege, Krankheiten, die längst ausgerottet sein könnten, Hunger, Elend - aber die Musik ist davon mehr losgelöst als je zuvor.“
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