USA frieren Vermögen von Diamantenhändlern aus Zentralafrika ein

Washington (APA/AFP) - Die Regierung in Washington hat den größten Diamantenhändler Zentralafrikas und dessen belgische Tochterfirma auf ein...

Washington (APA/AFP) - Die Regierung in Washington hat den größten Diamantenhändler Zentralafrikas und dessen belgische Tochterfirma auf eine schwarze Liste gesetzt und deren Vermögen in den USA eingefroren.

Das Unternehmen Badica habe Frieden und Stabilität in Zentralafrika bedroht, indem es Diamanten aus einer von den muslimischen Séléka-Milizen besetzten Mine in den Handel gebracht habe, teilte das US-Finanzministerium am Freitag mit. Auch drei ranghohe Milizionäre aus Zentralafrika wurden auf die Liste gesetzt.

Der Export von Diamanten aus dem bürgerkriegszerrütteten Zentralafrika ist nach dem internationalen Übereinkommen für die Zertifizierung von Rohdiamanten, dem sogenannten Kimberley-Prozess, seit 2013 verboten. Grund ist, dass zahlreiche Minen von gewalttätigen Milizen kontrolliert werden. In der Zentralafrikanischen Republik liefern sich seit Jahren verfeindete Gruppen erbitterte Kämpfe.

Die USA setzten auch den Anführer der Anti-Balaka-Miliz auf die schwarze Liste. Alfred Yekatom werde gewalttätiges Vorgehen gegen muslimische Bevölkerungsgruppen, die Tötung von Zivilisten und die Rekrutierung von mehr als 150 Kindersoldaten zur Last gelegt, teilte das US-Finanzministerium mit. Die Anti-Balaka-Kämpfer sind mit den muslimischen Séléka-Rebellen verfeindet. Auch ein örtlicher Kommandant der Anti-Balaka, Habib Soussou, und Séléka-Anführer Oumar Younous wurden auf die Liste gesetzt.

Mit den Sanktionen würden diejenigen ins Visier genommen, die für „Gewalt und Grausamkeiten gegen unschuldige Zivilisten in Zentralafrika“ verantwortlich seien, erklärte der Direktor des Büros für die Kontrolle ausländischer Vermögen beim US-Finanzministerium, John Smith.

Nach einem Putsch gegen Staatschef François Bozizé im März 2013 war Zentralafrika in eine Spirale der Gewalt gestürzt. Bei Kämpfen zwischen christlichen und muslimischen Milizen wurden tausende Menschen getötet und hunderttausende in die Flucht getrieben. Im Zuge eines inzwischen eingeleiteten Transformationsprozesses sollen im Oktober Wahlen abgehalten werden.