Flüchtlinge - Andrang an griechisch-mazedonischer Grenze steigt

Skopje/Belgrad (APA) - Die Situation an der griechisch-mazedonischen Grenze beim mazedonischen Ort Gevgelija hat sich Samstagfrüh laut Medie...

Skopje/Belgrad (APA) - Die Situation an der griechisch-mazedonischen Grenze beim mazedonischen Ort Gevgelija hat sich Samstagfrüh laut Medienberichten weiter kompliziert. Die Zahl der Flüchtlinge im Niemandsland zwischen beiden Staaten sei im Anstieg, berichtete der serbische Sender RTS. Neue Flüchtlingsgruppen kamen demnach am frühen Morgen mit einem Zug und mehreren Bussen zur Grenze.

In den Morgenstunden konnten nur drei Personen die von Mazedonien weitgehend abgeriegelte Grenze passieren, meldete der Sender. Ortsansässige Schlepper hätten ihre Tätigkeit zum illegalen Grenzübertritt unterdessen intensiviert.

Aus Protest gegen die Entscheidung der mazedonischen Regierung, nur noch einer beschränkten Zahl von Flüchtlingen die Einreise zu gestatten, wiesen Migranten im Niemandsland am Samstagfrüh Wasser und Essen, das mazedonische Polizisten verteilten, zurück. Verteilte Wasserflaschen seien gegen Polizisten geflogen, berichtete RTS.

An der Eisenbahnstrecke Richtung Gevgelija wurde links und rechts auf einer von etwa 300 Metern ein Stacheldraht errichtet, um Flüchtlinge abzuschirmen. Neben Polizisten waren am Samstag auch Angehörige der mazedonischen Streitkräfte an der Grenze tätig.

In der serbischen Hauptstadt Belgrad soll unterdessen schnell eine Unterkunft für bis zu 3.000 Flüchtlinge geschaffen werden. Serbien sei bereit, zu internationalen Bemühungen zur Problemlösung beizutragen, erklärte Ministerpräsident Aleksandar Vucic.

Laut der Tageszeitung „Vecernje novosti“ (Samstag-Ausgabe) soll die Notunterkunft unweit des Belgrader Flughafens im Stadtviertel Neu-Belgrad errichtet werden. Die Bauarbeiten dürften laut anderen Medienberichten aus EU-Fonds mit rund 1,5 Millionen Euro finanziert werden, weitere 400.000 Euro soll die EU dem serbischen Roten Kreuz für Medikamente und Nahrung zur Versorgung von Flüchtlingen bereitstellen.

Die meisten Flüchtlinge, die auf ihrem Weg aus Ländern wie Syrien und Afghanistan über die Türkei, Griechenland, Mazedonien Richtung Schengen-Land Ungarn in Belgrad eintreffen, schlafen derzeit unter freiem Himmel in städtischen Parks - vor allem unweit des Bahnhofes. Nur wenige begeben sich in ein Flüchtlingszentrum in einem abgelegenen Vorort der serbischen Hauptstadt. Endgültige Ziele der meisten Flüchtlinge sind Deutschland, Österreich sowie weiter im Westen und Norden gelegene europäische Staaten.