Flüchtlinge: Fähre unterwegs zu Entlastung von griechischer Insel Kos
Athen/Skopje/Gevgelija (APA/dpa/AFP) - Zur Entlastung der griechischen Insel Kos von der großen Zahl an Flüchtlingen ist am Samstag die Fähr...
Athen/Skopje/Gevgelija (APA/dpa/AFP) - Zur Entlastung der griechischen Insel Kos von der großen Zahl an Flüchtlingen ist am Samstag die Fähre „Eleftherios Venizelos“ von Piräus dorthin ausgelaufen. Sie sollte von Kos und von den nahegelegenen Inseln rund 2.500 Menschen abholen und sie nach Piräus bringen. Bereits am Freitagabend hatte diese Fähre 2.300 Migranten nach Piräus gebracht.
Die Flüchtlinge, die meist aus dem Bürgerkriegsland Syrien stammen, sagten Reportern, sie wollten nach Deutschland, Schweden, Norwegen oder in die Niederlande weiterreisen. Auf der Ostägäisinsel Lesbos versammelten sich mehr als 9.00 Migranten, teilten die Behörden mit. Wie das staatliche griechische Fernsehen (ERT1) zeigte, kam es während der Essensausgabe in einem Flüchtlingslager zu Rangeleien zwischen Migranten verschiedener Nationalitäten.
An der von Mazedonien abgeriegelten Grenze zu Griechenland drängen sich nach Schätzungen der griechischen Behörden mehr als 5.000 Migranten. Augenzeugen berichteten am Samstag, fast stündlich kämen mit Bussen und Zügen weitere Flüchtlinge aus Südgriechenland am Grenzübergang bei Idomeni (Griechenland) und Gevgelija (Mazedonien) an.
Rund 2.000 Flüchtlinge verbrachten bereit die Nacht im Grenzgebiet zwischen Mazedonien und Griechenland im Regen - ohne Schlaf oder unter freiem Himmel schlafend, wie AFP-Journalisten berichteten. Einige konnten sich in kleine Zelte im Niemandsland zurückziehen. Am Samstag waren erschöpfte Flüchtlinge zu sehen, die zwischen Müllhaufen umherliefen und zur mazedonischen Grenze schauten, wo seit Donnerstag Spezialeinheiten der Polizei patrouillieren.
Flüchtlinge riefen: „Helft uns!“ Kinder weinten. Der 49-jährige Arzt Samer Moin aus Syrien berichtete, viele Flüchtlinge hätten sich in der Nacht nicht vor dem Regen schützen können. „Eine Mutter hat ihre Tochter verloren und die ganze Nacht geschrien“, berichtete der Syrer. „Ich bin seit Tagen hier, ich will nach Norwegen.“
Am gestrigen Freitag hatte die mazedonische Polizei Tränengas und Schlagstöcke gegen die Flüchtlinge eingesetzt. Am Abend wurde die Grenze dann für mehrere hundert „verletzliche“ Flüchtlinge wie Familien mit Kindern oder schwangere Frauen geöffnet, die mit einem Zug Richtung Norden gebracht wurden.
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