Frühere Rote-Khmer-Ministerin Ieng Thirith gestorben
Phnom Penh (APA/AFP) - Die ehemalige Sozialministerin der Roten Khmer, Ieng Thirith, ist tot. Die frühere „First Lady“ Kambodschas, die wege...
Phnom Penh (APA/AFP) - Die ehemalige Sozialministerin der Roten Khmer, Ieng Thirith, ist tot. Die frühere „First Lady“ Kambodschas, die wegen ihrer gesundheitlichen Probleme einem Prozess wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit entging, starb am Samstag im Alter von 83 Jahren, wie das Tribunal für die Verbrechen der Roten Khmer mitteilte.
Das Verfahren gegen Ieng Thirith war 2012 ausgesetzt worden. Die Angeklagte wurde als nicht verhandlungsfähig eingestuft und unter Auflagen aus der Haft entlassen. Die Schwägerin des einstigen Schreckensherrschers Pol Pot litt unter Demenz. Ieng Thirith habe bis zu ihrem Tod unter juristischer Aufsicht gestanden, hieß es in der Mitteilung des von der UNO unterstützten Tribunals. Aufgrund von Herz- und Lungenproblemen war sie nach Angaben ihres Sohnes zuletzt ein Pflegefall.
Ieng Thirith war die Witwe des Rote-Khmer-Außenministers Ieng Sary, der 2013 im Alter von 87 Jahren gestorben war. Er hatte sich vor dem Sondertribunal wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermords verantworten müssen.
Während der Herrschaft der maoistischen Roten Khmer von 1975 bis 1979 starben in Kambodscha rund zwei Millionen Menschen an Erschöpfung, Hunger, Krankheit, Folter und Hinrichtungen. Das war etwa ein Viertel der damaligen Bevölkerung. Das Sondertribunal für Kambodscha wurde 2003 ins Leben gerufen. Der Hauptverantwortliche, „Bruder Nr. 1“ Pol Pot, starb 1998. Acht Jahre nach ihm starb in der Haft auch sein gefürchteter Militärbefehlshaber Ta Mok.
Anfang Juli begannen die Berufungsverfahren gegen die zwei ranghöchsten noch lebenden früheren Anführer der Roten Khmer. Der 89 Jahre alte „Bruder Nummer Zwei“ Nuon Chea und der 84-jährige ehemalige Staatschef Khieu Samphan waren im vergangenen Jahr unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden.
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