Innsbrucker Festwochen: Junge Energie für französischen Barock
Innsbruck (APA) - Erstmals eroberte eine französische Barockoper vom Hof des Sonnenkönigs die Bühne der Innsbrucker Festwochen der Alten Mus...
Innsbruck (APA) - Erstmals eroberte eine französische Barockoper vom Hof des Sonnenkönigs die Bühne der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Junge Gesangstalente durften sich am Samstagabend bei der Premiere von Jean-Baptiste Lullys „tragedie en musique“ unter Beweis stellen. Die Besucher im Innenhof der Theologischen Fakultät zeigten sich von der Aufführung begeistert.
„Armide“, deren Inhalt auf „Gerusalemme liberata“ von Torquato Tasso basiert, gilt als die Krönung von Jean-Baptiste Lullys Opernschaffen und ist die letzte vollendete Oper des Haus-und-Hof-Komponisten von Louis XIV. Um die jungen Operntalente in die Besonderheiten der gesanglichen und klangsprachlichen Charakteristik von Lullys Musik, bei der in erster Linie die Rhetorik und Deklamation der Worte im Vordergrund stehen, einzuführen, entstand die Produktion in Zusammenarbeit mit dem „Centre musique baroque de Versailles“.
Beinahe durchwegs großartig meisterte die Besetzung, die zum Großteil aus den Teilnehmern des letztjährigen Cesti-Gesangwettbewerbs gebildet wurde, die Herausforderungen der Lully-Oper. Vor allem die Sängerinnen in den drei weiblichen Rollen, allen voran Elodie Hache in der Titelrolle, konnten stimmlich überzeugen. Hache vermochte es jeden Affekt und jede Gefühlslage durch die Sprache und ihre Intonation zur Geltung zu bringen. Einzig Joao Pedro Cabral als Renaud konnte zu Beginn der Aufführung nicht ganz an die großartigen Leistungen seiner Mitsängerinnen anschließen. Doch auch er gewann nach der Pause seine stimmliche Sicherheit zurück und konnte letztendlich doch noch das Publikum für sich gewinnen.
Unter der musikalischen Leitung von Patrick Cohen-Akenine, der bereits das Finalkonzert des Cesti-Wettbewerbs 2014 geleitet hatte, stiegen die Virtuosen an den Instrumenten der „Les Folies francoises“ zu wahren Höhenflügen auf. Die Musiker der fünfstimmigen Streicherbesetzungen stellten mit ihrer Darbietung die Sänger auf der Bühne ein wenig in den Schatten.
Der historischen Vorlage Folge leistend, spielte das Ballett eine wesentliche Rolle bei der Aufführung. Die „Nordic Baroque Dancers“ aus Schweden, eine auf Barocktanz spezialisierte Compagnie, zauberten anmutig und meisterlich Tanzeinlagen auf die Bühne, die, wie Lully es vorgesehen hatte, nicht für sich alleine standen, sondern mit der Handlung verwoben waren.
(S E R V I C E - „Armide“, Tragedie en musique in drei Akten von Jean-Baptiste Lully in der Alten Universität, Innenhof der Theologischen Fakultät im Rahmen der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Mit Patrick Cohen-Akenine (Musikalische Leitung), Deda Cristina Colonna (Regie, Choreografie), Francesco Vitali (Bühnenbild, Kostüme, Video, Lichtdesign), Elodie Hache (Armide), Joao Pedro Cabral (Renaud), Daniela Skorka (Phenice), Miriam Albano (Sidonie), Pietro di Bianco (Hidraot). Weitere Aufführungen am 24. August, 20 Uhr und 26. August 20 Uhr, Karten: 01/88088, www.altemusik.at)
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