„Schnappen wir ihn“ - Wie US-Soldaten Angreifer im Thalys stoppten
Paris (APA/AFP) - Mit ihrem beherzten Eingreifen haben zwei US-Soldaten und weitere Passagiere ein Blutbad in einem Schnellzug von Amsterdam...
Paris (APA/AFP) - Mit ihrem beherzten Eingreifen haben zwei US-Soldaten und weitere Passagiere ein Blutbad in einem Schnellzug von Amsterdam nach Paris verhindert. Die dramatischen Sekunden schilderten sie vor mehreren Fernsehkameras:
Alek Skarlatos, 22-jähriger Angehöriger der US-Nationalgarde:
„Wir haben einen Schuss und zersplitterndes Glas gehört. Anfangs habe ich nicht verstanden, was passiert, bis ein Zugmitarbeiter an uns vorbeigerannt ist. Dann drehte ich mich um und sah einen Mann mit einer Kalaschnikow hereinkommen. Meine Freunde und ich duckten uns und dann sagte ich: ‚Schnappen wir ihn‘. Er (sein Freund Spencer Stone) hat ihn angegriffen und wurde mit einem Messer verletzt. Dann bin ich angekommen, habe ihm die Waffe weggenommen und ihm auf den Kopf geschlagen bis er ohnmächtig wurde.“
„Spencer ist gute zehn Meter gerannt, um zu dem Kerl zu kommen. Und wir wussten nicht, ob seine Waffe nicht funktioniert oder so, Spencer ist einfach gerannt. Und wenn jemand erschossen worden wäre, dann sicherlich Spencer. Es ist ein großes Glück, dass niemand erschossen wurde, vor allem Spencer nicht.“
„Spencer hat den Typ am Genick gepackt, und ich habe mir die Knarre geschnappt, habe sie weggeworfen, bevor ich die AK (Kalaschnikow) zu fassen bekam.“
Anthony Sadler, US-Student und Freund der Soldaten:
„Er sagte uns nur, wir sollten ihm sein Gewehr zurückgeben. ‚Gebt mir mein Gewehr zurück! Gebt mir mein Gewehr zurück!‘ Wir schlugen ihn aber weiter, stellten ihn ruhig und das war‘s.“
„Ich bin so stolz auf meinen Freund (Spencer), dass er so schnell und mutig reagiert hat. Sogar als er verletzt wurde, hat er einem anderen Mann geholfen, der auch blutete. Ohne seine Hilfe, wäre der Mann gestorben. Der Mann hat heftig am Hals geblutet. Er hat sein Leben gerettet.“
„Ich bin nur ein College-Student. Ich kam, um meine Freunde zu sehen für meine erste Reise nach Europa und wir stoppen einen Terroristen. Es ist irgendwie verrückt.“
Chris Norman, 62-jähriger britischer Berater, der ebenfalls eingriff:
„Ich bin am Schluss gekommen, und ich denke ich habe geholfen, den Kerl unter Kontrolle zu bekommen. Wir haben ihn dann gefesselt. Zuvor hat er ein Teppichmesser gezogen und Spencer geschnitten. Er hat ihn am Nacken geschnitten. Er hat fast seinen Daumen abgeschnitten. Spencer hat ihn gehalten, und letztlich haben wir ihn unter Kontrolle bekommen.“
„Es hätte ein wahres Blutbad werden können, keine Frage.“
„Ich habe mir gesagt: ‚Ok, ich werde wahrscheinlich sterben, also am Besten drauflosgehen‘. Der Verrückte hat begonnen, sein gesamtes Arsenal herauszuholen, dann ist er von Waggon 13 zu 12 gelaufen. Ich weiß nicht, warum es ihm nicht gelungen ist, zu schießen, aber ich denke, weil seine Waffe blockiert hat.“
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