Eröffnung des 71. Forums Alpbach

Vielfalt der Euregio ist eine Chance für Integration

Einmal mehr präsentierte sich Alpbach mit Postkartenwetter: In den vergangenen 35 Jahren hatte es bei der Eröffnung des Europäischen Forums erst zweimal geregnet, wie die Alpbacher zu berichten wissen.
© Julia Hammerle

Der Tirol-Tag und die Eröffnung des Europäischen Forums standen am Sonntag in Alpbach ganz im Zeichen der Flüchtlingsproblematik.

Von Peter Nindler

Alpbach – Flucht und Inte­gration: Der gestrige Tirol-Tag, mit dem das 71. Europäische Forum in Alpbach offiziell eröffnet wurde, sollte auch eine Botschaft vermitteln. Die Europaregion Tirol, Südtirol und Trentino möchte inte­grieren statt ausgrenzen, Tirols Landeshauptmann Günther Platter (VP) sprach von einem Auftrag gegenüber jenen Menschen, die unter Krieg und Terror leiden. Gleichzeitig müsse es jedoch eine Unterscheidung zwischen Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen geben, meinte der Landeshauptmann.

Das Flüchtlingsproblematik war am Sonntag in Alpbach allgegenwärtig, weil es auch das heurige Generalthema „UnGleichheit“ symbolisiert. Das neue Durchgriffsrecht des Bundes mit dem Verfassungsgesetz zur Schaffung von Asylquartieren bezeichnete der Landeshauptmann einmal mehr als Eingriff in den Föderalismus, Tirol werde mit den Gemeinden weiter den Weg der „engen Kooperation“ gehen. Von Abschottung und Stacheldrahtzäunen hält er nichts, die europäische Solidarität mahnte er erneut ein. Kritik an der Forderung nach verschärften Kontrollen aus Bayern übte Soziallandesrätin Christine Baur (Grüne). Asylpolitik sei eine humanitäre Frage, aber keine Sicherheitsfrage.

LH Arno Kompatscher, LH Günther Platter und Kardinal Christoph Schönborn, der die Messe zelebrierte, werden von den Schützen begrüßt.
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Für Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) könnte gerade die ethnische Vielfalt in seinem Land beispielgebend für die Inte­gration sein. Neben der aktuellen Flüchtlingssituation sieht er ganz allgemein in der Migration die größte Herausforderung. „Südtirol hat sich zu Recht und letztlich auch erfolgreich gegen Nationalisierung und Assimilierung gewehrt, wir müssen deshalb mit Respekt auf die Menschen zugehen und ihre Kultur anerkennen.“ Natürlich bestehe für die Integration auch eine Bringschuld und natürlich sei es eine Gratwanderung. „Aber in der Europaregion Tirol leben deutsch-, italienisch- und ladinischsprachige Menschen zusammen. Diese Vielfalt ist ein Mehrwert und wir haben darauf Wert gelegt, diese Identitäten zu wahren, und deshalb sollten wir auch mit den derzeitigen Wanderungsbewegungen – der Vielfalt, die zu uns kommt – entsprechend umgehen können.“

Wissenschaft und Politik: Rektor Tilmann Märk (Stamm-Uni), LR Christine Baur und Medizin-Rektorin Helga Fritsch.
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Der Schlüssel zur Integration ist für seinen Kollegen aus dem Bundesland Tirol, Günther Platter, das Erlernen der Sprache und die Arbeit. „Für Flüchtlinge müssen wir Verantwortung übernehmen, indem wir ihnen Spracherwerb und Beschäftigung ermöglichen. Das ist eine Herausforderung für die nächsten Jahre und Jahrzehnte.“ Die beiden Aspekte sind auch zentrale Aussagen des Euregio-Labs zur Integration. Die Ergebnisse wurden am Sonntag in Alpbach präsentiert.

Bei der Eröffnung gab es auch eine Premiere: Die Begrüßung erfolgte nicht nur in Deutsch und Italienisch – LR Mauro Gilmozzi vertrat das Trentino –, sondern Südtirols LR Florian Mussner richtete seine Eröffnungsworte bei strahlendem Sonnenschein auf Ladinisch an die Anwesenden. 32.000 Menschen gehören dieser Sprachgruppe in der Europaregion an.

LH Günther Platter spricht von einer großen Verantwortung gegenüber Kriegsflüchtlingen, „die zu uns kommen“.
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Für Alpbach-Präsident Franz Fischler soll das Forum künftig noch ­engagierter und innovativer sein.
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