Mehrere Tote bei Flugschauen in England und der Schweiz
Shoreham-by-Sea/Basel (APA/AFP/dpa) - Bei zwei Unglücken während Flugschauen in England und der Schweiz sind am Wochenende mindestens zwölf ...
Shoreham-by-Sea/Basel (APA/AFP/dpa) - Bei zwei Unglücken während Flugschauen in England und der Schweiz sind am Wochenende mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Im südenglischen Shoreham-by-Sea stürzte am Samstag ein historisches Kampfflugzeug auf eine Straße. Nach Polizeiangaben starben „höchstwahrscheinlich“ elf Menschen, mehrere weitere wurden verletzt.
In der Schweiz verunglückten laut Medienberichten zwei Leichtflugzeuge einer deutschen Formation, ein Pilot kam dabei ums Leben.
Nach dem Absturz in Shoreham-by-Sea waren sieben Todesopfer bestätigt. Die Polizei ging aber davon aus, dass die Opferzahl noch steigen wird: „Wir haben elf Menschen identifiziert, die höchstwahrscheinlich in dieser Tragödie ums Leben kamen“, sagte am Sonntag der stellvertretende Polizeichef der englischen Grafschaft Sussex, Steve Barry. Die Rettungskräfte durchsuchten am Sonntag die Trümmer nach weiteren Opfern.
Alle Opfer sind vermutlich Menschen, die auf der Straße unterwegs waren. Auf dem Flugplatz sei kein Zuschauer verletzt worden, hatte es zuvor geheißen. Zur Identität der Toten machte die Polizei zunächst keine Angaben. Die Familien eines 24 Jahre alten Mannes und von zwei jungen Fußballern des nahe gelegenen Worthing United Football Club bestätigten jedoch den Tod ihrer Angehörigen.
Der Pilot des historischen Kampfjets vom Typ Hawker Hunter hatte bei einem Looping die Kontrolle über seine Maschine verloren. Das Flugzeug stürzte auf die angrenzende Schnellstraße und traf mehrere Fahrzeuge. Eine dichte schwarze Rauchwolke stieg über dem Absturzort auf.
Der schwer verletzte Pilot wurde per Hubschrauber in eine Klinik geflogen. Er schwebte am Sonntag weiterhin in Lebensgefahr. Ob er vor dem Aufprall den Schleudersitz auslösen konnte, blieb zunächst unklar. Ein Team der Untersuchungsbehörde für Luftfahrtunglücke wurde entsandt, um Ermittlungen zur Unfallursache aufzunehmen.
Warum der Pilot es bei dem Looping nicht schaffte, die Maschine hochzuziehen, ist unklar. Berichten zufolge ist er ein erfahrener ehemaliger Flieger der britischen Luftwaffe.
Das Unglück ereignete sich vor den Augen von tausenden Zuschauern. „Das Flugzeug kam aus einem Looping, es flog sehr tief“, berichtete der Anrainer Dave Penwarden. Anstatt zu beschleunigen, um wieder an Höhe zu gewinnen, sei es dann zu Boden gestürzt. „Er verschwand einfach hinter einigen kleineren Bäumen am Rand des Flugfelds, und dann gab es diese riesige Explosion“, sagte der Augenzeuge Stephen Jones.
Der britische Premierminister David Cameron übermittelte den Hinterbliebenen der Opfer sein Beileid. Der örtliche Abgeordnete Tim Loughton äußerte sich erschüttert über den „entsetzlichen“ Unfall. „Gott sei Dank traf das Flugzeug nicht eine noch größere Menschenmenge“, sagte Loughton mit Blick auf die tausenden Zuschauer auf dem Gelände.
Im Herbst 2007 war bei der Show in Shoreham ein Stuntman gestorben, der mit einem Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg abgestürzt war. Erst Anfang des Monats war ein ehemaliger Pilot der Luftwaffe bei einer anderen Airshow in England abgestürzt und ums Leben gekommen.
Bei dem Flugunfall in Dittingen im Norden der Schweiz seien zwei Leichtflugzeuge der Formation „Grashoppers“ aus Baden-Württemberg kollidiert und abgestürzt, teilte die Polizei im Kanton Basel-Landschaft nach Angaben der Nachrichtenagentur SDA mit. Eines der Flugzeuge stürzte demnach im Ortszentrum von Dittingen ab, der 50 Jahre alte Pilot starb. Auf Bildern vom Unglücksort waren eine vollständig zerstörte Scheune, aus der Flammen und Rauch aufsteigen, sowie mehrere verteilte Flugzeug-Trümmerteile zu sehen.
Der Pilot der zweiten Unglücksmaschine konnte sich per Fallschirm retten. Er sei wohlauf, teilten die Organisatoren der Flugschau mit. Die Veranstaltung in Dittingen wurde nach dem Unfall abgebrochen. Rettungsmannschaften waren am Unglücksort mit einem Großaufgebot im Einsatz.
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