Alpbacher Gesundheitsgespräche 2 - Jeder sieht Ungleichheit anders
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Alpbach (APA) - „Mehr Markt oder mehr Solidarität?“ - Diese Frage beherrschte Sonntag bei der Eröffnung der Alpbacher Gesundheitsgespräche die Anfangsstatements. In den USA scheinen Experten dem neoliberalen Markt wenig zuzutrauen, stammt man aus Schweden, will man offenbar mehr Eigenverantwortung und Markt.
„Gesundheitsstrategien und Gesundheitspolitik enden in sehr konkreten Auswirkungen für Menschen. Wenn man Zuzahlungen von Patienten befürwortet, klingt das sehr gut. Aber zehn Prozent der Menschen wissen gar nicht, warum sie zum Arzt gehen. Und es klingt sehr gut, wenn sie die ‚Kontrolle über ihre Gesundheit‘ für die Zukunft übernehmen sollen. Aber das bedeutet auch, dass sie mehr Geld auf den Tisch legen müssen“, sagte Scott Greer, Professor an der School of Public Health der University of Michigan in Ann Arbor. Man könne zwar an vielen Rädchen im Gesundheitswesen drehen, die oft negativen realen Auswirkungen für die Menschen seien aber oft nicht vorhersehbar oder würden der Öffentlichkeit einfach verschwiegen.
Eine ganz andere Einstellung offenbarte die aus Schweden stammende Expertin Kajsa Wilkhelmsson, sozusagen sozialisiert mit dem schwedischen Krankenversicherungs- und Sozialsystem: „Alle unsere Versorgungssysteme sind rund um den Begriff des Dorfes strukturiert, manche auch rund um das Militär oder die Unternehmen als Zahler. Aber das funktioniert nicht mehr, wenn Menschen jedes Jahr den Job wechseln oder über Grenzen hinweg übersiedeln. Wir haben es mit zwei Hauptfragen zu tun: Wie managen wir die neue Mobilität der Menschen? Wie können wir die Eigenverantwortlichkeit stärken?“
Wichtig sei die Wahlmöglichkeit für Krankenversicherte und Patienten. Während man in Österreich wählen könne, gebe es in Schweden den Zwang, eben zum zuständigen Arzt zu gehen. Das Schwäche eine natürliche Konkurrenz, bringe hohe Kosten für die Aufrechterhaltung des Krankenversicherungs- und Sozialversicherungswesen mit sich und raube den Menschen nach allen Abgaben dafür die Möglichkeit, noch zusätzlich Geld für die eigene Wahl aufzubringen. Im Endeffekt seien die skandinavischen Länder und Großbritannien mit ihren strikt auf Egalitarismus ausgerichteten Systemen in den Gesundheitsrankings seit den 1960er-Jahren im internationalen Vergleich zurückgefallen.
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