Protestbewegung lehnt Vermittlungsvorschlag für Burkina Faso ab
Ouagadougou (APA/AFP) - Der internationale Vermittlungsvorschlag zur Beilegung der politischen Krise im westafrikanischen Burkina Faso nach ...
Ouagadougou (APA/AFP) - Der internationale Vermittlungsvorschlag zur Beilegung der politischen Krise im westafrikanischen Burkina Faso nach einem Militärputsch stößt bei der Zivilgesellschaft auf Ablehnung.
Der Vorschlag der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas), Interimspräsident Michel Kafando an die Macht zurückkehren zu lassen und den Putschisten Straffreiheit zuzusichern, sei „beschämend“, erklärte der Sprecher der Protestbewegung Balai Citoyen, Guy-Hervé Kam, am Sonntag. „Ich schäme mich, Afrikaner zu sein.“
Die Putschisten von der Elitetruppe RSP hatten am Mittwoch eine Kabinettssitzung im Präsidentenpalast in Ouagadougou gestürmt und Regierungschef Isaac Zida sowie Interimspräsident Kafando festgenommen. Als neuen Machthaber setzten sie mit General Gilbert Diendéré einen engen Vertrauten des vor einem Jahr vom Volk gestürzten Präsidenten Blaise Compaoré ein. Kafando wurde mittlerweile freigelassen, Zida soll weiter unter Hausarrest stehen.
In der Krise vermitteln der derzeitige Ecowas-Vorsitzende, Senegals Staatschef Macky Sall, sowie Benins Präsident Thomas Boni Yayi. Sie schlugen vor, die ursprünglich für den 11. Oktober geplanten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen auf den 22. November zu verschieben. Über ihren Lösungsvorschlag sollte am Dienstag bei einem Sondergipfel der Afrikanischen Union (AU) beraten werden.
Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen infolge des Putsches waren in den vergangenen Tagen mindestens zehn Menschen getötet und mehr als hundert weitere verletzt worden. Kam erklärte, die Gewalt lasse es nicht zu, einfach zur Tagesordnung überzugehen. „Sie haben die Toten vergessen“, warf der Sprecher von Balai Citoyen den Vermittlern vor.