Kanu: Bald keine Einsprüche mehr im Wildwasser-Slalom möglich
Waltham Cross, Hertfordshire/London (APA/dpa) - Im Kanu-Slalom sollen nach der Olympia-Saison 2016 keine Einsprüche mehr gegen Entscheidunge...
Waltham Cross, Hertfordshire/London (APA/dpa) - Im Kanu-Slalom sollen nach der Olympia-Saison 2016 keine Einsprüche mehr gegen Entscheidungen wegen vermeintlicher Torstabberührungen möglich sein. „Wir sind alle übereingekommen, dass es ab 2017 keine Möglichkeit mehr dafür gibt“, verriet der deutsche Verbandschef Thomas Konietzko am Rande der Weltmeisterschaften vor den Toren Londons.
Der 51-Jährige sitzt als international führender Funktionär im Verwaltungsrat des Weltverbandes (ICF). Derzeit leitet Konietzko eine Kommission, die Reformen im Programm von Rennsport- und Slalom-Kanuten erarbeitet.
Slalom-Kanuten müssen eine mit mehreren Toren ausstaffierte Strecke in fließendem Wasser in kürzester Zeit ohne Fehler bewältigen. Lange Zeit mussten Torrichter bei jedem Athleten mit den eigenen Augen einschätzen, ob es zu Stangenberührungen gekommen ist, was Strafpunkte nach sich zieht. Umstrittene Entscheidungen gehörten aber zum Alltag. Das führte zu allerlei Einsprüchen der Mannschaften, bei den Zuschauern stiftete das Durcheinander gehörig Verwirrung. Die Sportart habe sich medial unter Wert verkauft, befand Konietzko.
Inzwischen seien die technischen Möglichkeiten etwa durch zusätzliche Kameras so gut, dass sich die Verbände auf eine Abschaffung der Einspruchsmöglichkeit geeinigt hätten. 2017 sollen dann Juroren mit mehreren unabhängigen Systemen endgültig alle Entscheidungen treffen. „Das System ist dann so sicher, dass sofort das Ergebnis feststeht, wenn der Sportler durchs Ziel fährt“, erklärte Konietzko. Bereits bei der WM in England kam die neue Technik unterstützend zum Einsatz.