US-Firma wirft China verzögerten Transport von gefrorener Leiche vor

Peking/Los Angeles (APA/AFP) - Eine US-Firma für experimentelles Einfrieren von Toten hat den chinesischen Behörden vorgeworfen, den Transpo...

Peking/Los Angeles (APA/AFP) - Eine US-Firma für experimentelles Einfrieren von Toten hat den chinesischen Behörden vorgeworfen, den Transport einer gefrorenen Leiche in die Vereinigten Staaten verzögert zu haben. Die Kinderbuchautorin Du Hong, die im Mai an Krebs gestorben war, hatte das Einfrieren ihrer Leiche verfügt, in der Hoffnung, dank medizinisch-technologischer Fortschritte später einmal wiederbelebt werden zu können.

Chirurgen der US-Firma Alcor flogen dafür nach China, wie das Unternehmen am Wochenende auf seiner Website mitteilte. Erst nach einer „ziemlich langen Diskussion“ mit den chinesischen Zollbehörden über ihre technische Ausrüstung seien die US-Chirurgen ins Land gelassen worden. Zwei Regierungsvertreter hätten dann die gesamte Prozedur überwacht.

Die chinesischen Behörden hätten zwar erklärt, dass Dus Leiche außer Landes transportiert werden dürfe, doch habe es hierbei bürokratische Verzögerungen gegeben, erklärte Alcor. „Alle zwei Tage wurde Trockeneis hinzugefügt, während der Papierkram geklärt wurde.“

Schließlich konnte die Tote nach Los Angeles geflogen werden, wo ihr Gehirn entnommen wurde. Du ist nach Angaben von Alcor die 138. „Patientin“ der in Arizona ansässigen Firma und die erste aus China. Ob die Verzögerung beim Ausfliegen Dus negative Auswirkungen auf die Konservierung ihrer Leiche haben könnten, war zunächst nicht klar. Das Einfrieren von Leichen oder Gehirnen in der Hoffnung auf spätere Wiederbelebung nennt sich Kryonik oder Kryonkonservierung.