Flüchtlingskrisen in Afrika - 15 Millionen auf der Flucht

Johannesburg (APA/dpa) - Wenn Afrikaner in ihrer Verzweiflung über das Mittelmeer fliehen, dann bekommt Europa dennoch nur einen winzigen Br...

Johannesburg (APA/dpa) - Wenn Afrikaner in ihrer Verzweiflung über das Mittelmeer fliehen, dann bekommt Europa dennoch nur einen winzigen Bruchteil der Flüchtlingskrise in Afrika zu sehen. Auf keinem anderem Kontinent sind so viele Menschen auf der Flucht vor Krieg, Hunger und Unfreiheit.

Südlich der Sahara haben die Krisen in Ländern wie Südsudan, Kongo, Somalia, Nigeria oder der Zentralafrikanischen Republik dem UN-Flüchtlingshochkommissariat zufolge 15 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Afrikanische Nachbarstaaten gewähren ihnen Schutz.

SOMALIA - Knapp eine Million Somalis sind vor der anhaltenden Gewalt in ihrer Heimat am Horn von Afrika in Nachbarländer geflohen. Rund 420.000 leben in Kenia, jeweils etwa 250.000 in Äthiopien und im Jemen.

SÜDSUDAN - Rund 755.000 Menschen sind vor der Gewalt im Südsudan in die Nachbarländer geflohen, zumeist nach Äthiopien, Uganda und in den Sudan. Weitere 1,5 Millionen Menschen haben ihre Heimat verlassen, um innerhalb der Landesgrenzen anderswo Schutz zu suchen.

KONGO - Rund 500.000 Kongolesen sind vor andauernder Gewalt und Gesetzlosigkeit in Nachbarländer geflohen. Mehr als 2,75 Millionen Menschen sind Binnenflüchtlinge.

ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK - Rund 460.000 Menschen sind vor den Kämpfen in die Nachbarländer Kamerun, Tschad und Kongo geflohen. Etwa eben so viele gelten als Binnenflüchtlinge.

NIGERIA - Mehr als 2,1 Millionen Menschen haben sich aus dem von Boko Haram terrorisierten Nordosten des Landes in sicherere Landesteile gerettet. Knapp 150.000 haben Nigeria verlassen. Dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF zufolge sind unter den vor Boko Haram fliehenden Menschen in Nigeria, Kamerun und dem Tschad 1,4 Millionen Kinder.

BURUNDI - Aus Angst vor neuer Gewalt in dem kleinen ostafrikanischen Land sind allein seit März 190.000 Menschen in die Nachbarländer geflohen.

ERITREA - Rund 220.000 Menschen sind aus dem autokratisch regierten und von der Außenwelt abgeschotteten Staat in Nachbarländer geflüchtet.