Neuer Bundesschulsprecher will mehr Schulautonomie
Wien (APA) - Der neue Bundesschulsprecher Maximilian Gnesda von der VP-nahen Schülerunion will einen deutlichen Ausbau der Schulautonomie un...
Wien (APA) - Der neue Bundesschulsprecher Maximilian Gnesda von der VP-nahen Schülerunion will einen deutlichen Ausbau der Schulautonomie und die gesetzliche Verankerung von Landes-Schulgemeinschaftsausschüssen statt der politisch besetzten Kollegien. Die Aufgaben bei der Zentralmatura sollten außerdem auch zentral korrigiert werden, so Gnesda am Montag bei einer Pressekonferenz.
Gnesda (18) besucht die Vienna Business School Schönborngasse, eine Handelsakademie in Wien-Josefstadt. Dort fungierte er schon in den Schuljahren 2012/13 und 2013/14 als Schulsprecher, 2014/15 war er Landesschulsprecher und BMHS-Bereichssprecher in der Bundesschülervertretung (BSV).
Das Bildungssystem in Österreich hält Gnesda für grundsätzlich gut: „Es gibt aber Ecken und Kanten, die man schleifen muss.“ Zu diesen zählt er etwa die nur gering ausgeprägte Schulautonomie. „Personelle, finanzielle und pädagogische Autonomie sollen nicht nur Floskeln sein. Für mich geht das noch nicht weit genug.“
Direktoren sollten gemeinsam mit den Schulpartnern (Eltern, Lehrer, Schüler) entscheiden können, welche Lehrer an eine Schule kommen und diese auch wieder entlassen können. Außerdem wisse jede Schule selbst am besten, wie sie die ihr zur Verfügung gestellten Ressourcen am besten nütze. Direktoren und Schulpartner sollten außerdem bestimmen, welche Schwerpunkte sie an der Schule setzen. „Die Direktoren müssen zu Managern ihrer Schule werden.“
Ein Dorn im Auge sind Gnesda die bei den Landesschulräten eingerichteten Kollegien: „Dort passiert oft nur Postenschacherei. An die Schüler wird dort nicht gedacht.“ Statt ihrer sollten Landes-Schulgemeinschaftsausschüsse verankert werden, die etwa über Eröffnungs- und Teilungszahlen, Schulversuche oder Lehrplanbestimmungen entscheiden sollen. Auf Bundesebene soll ebenfalls ein Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss gesetzlich festgeschrieben werden, der für die den Bundesschulen übertragenen Budgetmittel sowie Baumaßnahmen zuständig sein soll.
Bei der Zentralmatura verlangt Gnesda, der heuer zur erstmals auch an BMHS flächendeckend durchgeführten neuen Reifeprüfung antritt, eine zentrale Korrektur der Arbeiten statt einer Benotung durch die Klassenlehrer. „Das wäre wichtig für die Objektivität dieser Matura.“
Als Bundesschulsprecher steht Gnesda an der Spitze der 29-köpfigen Bundesschülervertretung (BSV). Sie besteht aus 27 Landesschulsprechern (je einer pro Bundesland für die Bereiche AHS, BMHS und Berufsschulen) sowie zwei Sprechern der Zentrallehranstalten. Die Schülerunion verfügt derzeit über 27 Mandate in der BSV - ihr traditioneller Konkurrent, die SP-nahe Aktion kritischer Schüler_innen (AKS), kommt auf zwei Sitze und fordert die Direktwahl des Bundesschulsprechers. Die Schülerunion stellte seit 2005 alle Bundesschulsprecher.
Die BSV startet außerdem eine Umfrage über die Vorstellungen der Schüler über die ideale Schule (http://www.schuelervertertung.at). Die Ergebnisse sollen am 21. Oktober präsentiert werden.