Landespolitik

Zähes Ringen in Fügen um Errichtung von Gehsteigen

© Lackner

300 Meter dringend benötigte Gehsteige scheitern am Forderungskatalog des Grundbesitzers. Dieser sitzt selbst im Gemeinderat.

Von Josef Lackner

Fügen –Den Ruf nach mehr Verkehrssicherheit für Fußgänger auf dem Zubringer zu den Skigebieten – der viel befahrenen Pankrazbergstraße und dem querenden Pankrazweg – hat man im Gemeinderat schon lange vernommen. Doch die Grundablöseverhandlungen mit Grundbesitzer und Gemeindevorstand Alois Huber (Bäuerliche Liste) und dessen Schwester für die beiden insgesamt knapp 300 Meter langen Fußgängerwege scheiterten bisher.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung sollte neuerlich eine Lösung gefunden werden. Bürgermeister Walter Höllwarth stellte neue Vorverträge vor und sprach davon, dass man einer Einigung noch nie so nahe gewesen sei. Die Forderungsliste der Grundbesitzer ist jedoch lang: Sie wären zwar bereit, den erforderlichen Grund für die Gehwege kostenlos herzugeben. Allerdings nicht als übliche Abtretung, sondern als Nutzung im Rahmen eines Dienstbarkeitsvertrages. Zudem fordern sie im Gegenzug die Umwidmung einer insgesamt etwa 5000 Quadratmeter großen Fläche von Freiland in gemischtes Wohngebiet. Zudem sollte der Vertrag dazu, dessen Errichtungskosten die Gemeinde zu übernehmen hätte, bei einer Änderung der Widmung kündbar sein. Weiters stellt Alois Huber als Bedingung für seine Zustimmung die Wiederherstellung der einheitlichen Widmung als Sonderfläche Hofstelle für sein Anwesen im Dorf, wie sie bis 2004 gegolten habe, dann aber per Gemeinderatsbeschluss geändert worden sei.

„Es kann nicht sein, dass es bei Grundabtretungen ein Forderungspaket gibt“, meinte Vizebürgermeister Rudi Kößler und verwies auf die Gleichbehandlung in Abtretungsfällen.

Gegen den Großteil der Forderungen sprachen sich auch noch weitere Mandatare aus. Sogar die Frage nach der Möglichkeit einer Enteignung wurde aufgeworfen. GR Othmar Schober hingegen hielt fest: „Der Gehweg ist das Wichtigste“, und signalisierte Verständnis für einige Forderungen der Grundstücksbesitzer.

Am Ende einer langen Debatte gab es dann zumindest den mehrheitlichen Gemeinderatsbeschluss darüber, dass die Hofstellenwidmung wiederhergestellt würde – die Zustimmung der Landesbehörde vorausgesetzt.

Für den dringend nötigen Gehsteig in Fügen bedeutet das allerdings lediglich: weiter warten und weiter verhandeln.

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