ÖFB-Cup

Wacker klarer Favorit in Krems, Wattens schlüpft in neue Rolle

Es heißt, weiterhin Haltung zu wahren – Wacker-Kapitän Alexander Hauser hat heute Außenseiter Krems im Visier.
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In der zweiten Runde des ÖFB-Cups sind heute noch zwei Tiroler Teams vertreten: Wattens baut gegen Kapfenberg auf eine Sensation, Wacker steht in Krems in der Pflicht.

Wacker ohne Pichlmann nach Krems

Von Alex Gruber

Innsbruck — Nach Wiener Neustadt, dem zwischenzeitlichen Kurzcamp in Bad Walters­dorf und dem 4:1-Sieg in Kapfenberg stiegen die Wacker-Kicker gestern wieder in den Bus, um heute bei Landesligist Krems den Aufstieg in die nächste Runde zu lösen. „Wir sind auf der Hut und vorsichtig“, stellt Coach Klaus Schmidt vorab in den Raum, keine einzige Aufgabe nur annähernd auf die leichte Schulter zu nehmen.

Mit Thomas Pichlmann wird die personifizierte Torgarantie der Sky Go Erste Lig­a (elf Treffer in zehn Spielen) geschont: „Er fühlt sich müde und hat sich eine Pause verdient“, sagt Schmidt. Nachsatz: „Ich hoffe, dass ich diese Entscheidung nicht bereue.“

ÖFB-Cup - 2. Runde

Dienstag:

Wattens — Kapfenberg 19 Uhr

Hard — St. Pölten 16 Uhr

Stadlau — A. Klagenfurt 16 Uhr

Ebreichsdorf — Wr. Neustadt 18.30 Uhr

Lankowitz — FAC 19 Uhr

Lendorf — A. Salzburg 19 Uhr

Seekirchen — Sturm Graz 19 Uhr

St. Johann — LASK 19 Uhr

Horn — RB Salzburg 19.30 Uhr

Wr. Sportklub — Altach 20.30 Uhr

Mittwoch:

Amstetten — Rapid Wien 18 Uhr

Wallern — Admira 19 Uhr

Wels — Austria Wien 19 Uhr

Ried — Wolfsberg 20.30 Uhr

Mit maximalem Ernst, nach dem obligatorischen Videostudium („Wir haben uns ein Bild verschafft, was uns erwartet“) und 16 Mann an Bord (mehr sind im Cup am Spielbericht nicht erlaubt) macht­e sich der schwarzgrüne Tross auf die Reise, das Tor wird wieder Routinier Pascal Grünwald hüten: „Ich habe diese schwere Entscheidung ja nicht aus der Luft gegriffen und er hat das Vertrauen gerechtfertigt“, hält Schmidt zur Torhüterfrage fest.

Trotz gelöster Stimmung, die die Tabellenführung in der zweithöchsten östererreichischen Spielklasse verleiht, weiß auch Routinier Alexander Hauser aus langjähriger Erfahrung, wie gefährlich ein Cup-Gastspiel bei einem Viertligisten sein kann: „Es wird eine Herausforderung, die wir von Anfang an annehmen müssen. Wir müssen sofort den richtigen Zugang finden“, spricht der Kapitän.

Der SC Krems macht das, was jeder Außenseiter im Cup macht — er baut beim Wunsch auf eine große Sensation auch auf den Publikumsjoker, zwei- bis dreitausend Fans könnten kommen. Darunter sollen sich auch einige jener Cuphelden tummeln, die dem damals so großen FC Tirol im Cup-Finale 1988 (Hin-und Rückspiel) eine Niederlage zugefügt haben. „Da waren viele unserer Spieler noch nicht einmal auf der Welt“, zuckt Schmidt kurz mit den Achseln. Bei Wacker wird heute rotiert, wie genau, wollt­e Schmidt nicht verraten. Die Physis jedes einzelnen FCW-Profis sollte aber besser als jene der Kremser Amateure sein.

Wattens hofft auf 2000 Fans

Von Tobias Waidhofer

Wattens — Was sich Benjamin Pranter zum Geburtstag wünscht? „Natürlich den Aufstieg in die nächste Cup-Rund­e“, lacht der Wattener Flügel. Wenn die WSG Wattens heute (19 Uhr) in der zweiten ÖFB-Cup-Runde auf den Erstligisten Kapfenberg trifft, feiert der Ex-Wacker-Profi nämlich seinen 27. Geburtstag. Und er hofft, dass viele Fans mitfeiern. „Hoffentlich kommen heute viele Zuschauer“, sagt der Spieler der Westliga-Saison 2014/15.

„Wir hoffen auf 2000 Fans. Gegen mehr würden wir uns aber auch nicht wehren“, grinst Wattens-Manager Stefan Köck. Schließlich sei man heute das einzige Cup-Match auf Tiroler Boden. Außerdem spekuliert der ungeschlagene Westliga-Tabellenführer gegen die klassehöheren Steirer mit einer Überraschung. „Wir sind natürlich Außenseiter. Aber es ist jetzt nicht so, dass wir auf den FC Barcelona treffen“, formuliert es Köck.

Interessant wird jedenfalls, wie und ob die Wattener heute dem (grauen) Liga-Alltag entfliehen können. Schließlich stellt sich der Silberberger-Truppe in der Meisterschaft meistens eine tief stehende Defensive entgegen, Kapfenberg hat seine Stärken dagegen vor allem in der Offensive. Aufhängen lasst sich das vor allem an den Namen Dimitry Imbongo, Sergi Arimany und Andreas Lasnik. „Aber auch hinten haben sie Qualität. Doch ich glaube, dass unsere starke Offensive sie durchaus ärgern kann.“

Auch Benni Pranter weiß, dass auf seine Mannschaft heute ein ganz anderes Spiel zukommen wird: „In der Meisterschaft sind wir jedes Wochenende Favorit. Heute sicher nicht.“ Die Kapfenberger seien „eine brand­gefährliche Mannschaft, die viel mit hohen Bällen agiert“.

Eines stellt Manager Köck schon im Vorfeld klar: „Wir werden sicher nicht auf Abwarten spielen und uns hinten hinein stellen. Wir wollen den Zuschauern ein tolles Spiel liefern.“

Das will auch Pranter, der Stand gestern noch keine Geburtstagsparty geplant hatte: „Das kommt vielleicht spontan. Aber nur, wenn wir aufsteigen.“ Übertrieben darf sowieso nicht werden. Schließlich wartet schon am Samstag in der Westliga Verfolger Anif.

Gefährlich – Kapfenberg-Stürmer Sergi Arimany.
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