Die Notschlafstellen füllen sich
In Kufstein warten an die 120 Asylwerber im Zelt auf eine feste Unterkunft.
Kufstein –Der Traum vom Ende des Massenquartiers platzte in Kufstein. An die 120 Asylwerber sind aus Salzburg und Kärnten nach Tirol gekommen, in der Hoffnung – und teilweise angeblich mit dem Versprechen –, während ihres Verfahrens in einer Wohnung leben zu können. Doch seit Sonntagabend ist es wieder nur eine Notunterkunft, in der sie schlafen müssen. „Es ist bereits mein viertes Camp“, erklärt daher ein verzweifelter Syrer dem Kufsteiner Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer, der sich ein Bild von der Lage macht, um Geduld ersucht und erklärt, dass man alles tue, was möglich sei. Während die Männer auf den Behördenchef einreden, bekommt ein anderer einen epileptischen Anfall auf seinem Feldbett. Sofort sind Rotkreuz-Mitarbeiter mit fachkundiger Hilfe zur Stelle. Aber auch die Hilfsorganisation kommt an ihre Grenzen. Täglich sind bis zu 18 Ehrenamtliche im Dienst, wie Peter Mader vom Kufsteiner Bezirksrettungskommando erklärt.
Derzeit kann niemand sagen, wie lange die Asylwerber in dem Großraumzelt ausharren müssen. Auch nicht bei den Tiroler Sozialen Diensten (TSD). „Es steht überhaupt noch nicht fest, ob alle in die Tiroler Landesbetreuung übernommen werden“, wie TSD-Pressesprecher Georg Mackner erklärt. (wo)