RLB-NÖ-Wien-Chef geht heuer von positivem Konzernergebnis aus
Wien (APA) - Der Chef der Raiffeisenlandesbank (RLB) NÖ-Wien und der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, Klaus Buchleitner, erwartet für die Bank na...
Wien (APA) - Der Chef der Raiffeisenlandesbank (RLB) NÖ-Wien und der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, Klaus Buchleitner, erwartet für die Bank nach dem Vorjahresverlust wieder bessere Ergebnisse: Man könne zwar noch nicht sagen, wie es heuer werde, aber nach derzeitigem Wissenstand gehe er davon aus, „dass wir im Konzernergebnis heuer wieder positiv sein werden“, sagte er im „WirtschaftsBlatt“-Interview (Montag).
Wichtig sei für die RLB NÖ-Wien, die ergebnismäßige Abhängigkeit von RZB und indirekt von der RBI zu reduzieren, „indem wir die eigene Profitabilität erhöhen“. Wenn die Risikoseite stabil bleibe „bin ich optimistisch, dass wir im Einzelergebnis auch ohne RZB-Dividende nah an ein dreistelliges Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit kommen“. Im Konzernergebnis werde sich wie immer die starke Abhängigkeit der RZB auswirken, wodurch ein Drittel von deren Ergebnis in die Konzernbilanz der RLB Niederösterreich-Wien konsolidiert werde.
In der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien gebe es derzeit keine wesentliche Beteiligung, die eine größere Planabweichung zeige. Im Immobilienbereich mache man schon seit einiger Zeit keine Neuprojekte mehr und sei dabei die Struktur des verbliebenen Portfolios zu vereinfachen. Man habe dann ein Immobilienvermögen von rund 700 Mio. Euro, die Hälfte davon mach der betriebsnotwendige Teil aus. Bei den klassischen genossenschaftlichen Kernbereichen von Raiffeisen stünden neben dem Bankenbereich vor allem die agrarverarbeitenden Beteiligungen Agrana, Südzucker, LLI mit Goodmills und NÖM im strategischen Fokus.
Zu Gerüchten, NÖM und Berglandmilch könnten fusionieren, sagte Buchleitner im „WirtschaftsBlatt“: „Von solchen Absichten ist uns nichts bekannt.“
Wenn man den Weg der Mühlengruppe beurteile, sei dieser „vielleicht zu einem Drittel zurückgelegt“.
In der Landesbank arbeite man permanent an Synergien. „Wir sind vielleicht erst ein Viertel des Weges gegangen und es ist noch viel zu tun.“ Es gebe beispielsweise seit April eine neue Einheit namens Shared Services. Der erste Schritt sei, dass sieben Abteilungen wie beispielsweise Marktservice, Zahlungsverkehrsservice oder Bargeldlogistik zusammengefasst würden. Die Prozessverbesserungen würden ein Jahr lang beurteilt und würden dann, wenn es passe, ins Raiffeisen Service Center (RSC) - eine gemeinsame Beteiligung von RZB und RBI - kommen.
Zur sektoralen IT-Fusion sagte Buchleitner, das IT-Projekt komme jetzt in die entscheidende Phase, der Start solle im Herbst erfolgen. Die Investitionen lägen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Nach der Initialphase von zwölf bis 18 Monaten werde man sicher erste Benefits sehen. Die vor Jahren angedachten 100 Mio. Euro Einsparung hätten auch die Integration der regionalen Rechenzentren enthalten, daran sei derzeit aber nicht gedacht.
Auf die Spekulationen über mögliche Fusionen im Raiffeisen-Sektor angesprochen meinte Buchleitner: „Es gibt nach wie vor alle Optionen und viele Analysen, aber keine konkreten Entscheidungen. Auch der Status quo hat viel Potenzial, bei dem man allein über Kooperationsvehikel wie das RSC bereits sehr viel Optimierung schafft.“
Fragen von Zweistufigkeit, Dreistufigkeit, Vierstufigkeit sind für Buchleitner, wie er sagt, nicht wirklich das zentrale Thema. „Mir geht es darum, dass die Ergebnisse besser werden.“ Wichtig sei, sich klar zu sein, dass das Aufbrechen der Kostenstrukturen großes Potenzial schafft. Das RSC sei auch ein solcher Weg, aber ein evolutionärer und langsamer. „Was wir brauchen, ist Tempo bei der Umsetzung.“
Der Hauptansatzpunkt für Kostensenkungen sei, ... „dass die zweite und dritte Stufe synergetischer werden und die Kostenpositionen dort aufgebrochen werden.“ Auch an Raiffeisen werde die enorme Veränderung des Bankwesens nicht vorbeigehen. „Es wird nie wieder so, wie es einmal war.“
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