Spaniens Notenbankchef: Euro-Aus für Katalonien bei Abspaltung

Madrid/Barcelona (APA/Reuters) - Bei einer Abspaltung von Spanien droht Katalonien laut dem Notenbankchef des Landes der Verlust des Euro. A...

Madrid/Barcelona (APA/Reuters) - Bei einer Abspaltung von Spanien droht Katalonien laut dem Notenbankchef des Landes der Verlust des Euro. Auch ein Ausscheiden aus der Europäischen Union sei dann wahrscheinlich, sagte Zentralbank-Präsident Luis Maria Linde am Montag.

Separatisten wollen die am Sonntag anstehenden Regionalwahlen als Sprungbrett für eine Abspaltung nutzen. Die Unsicherheit über den Ausgang der Wahl laste auf den Banken in Spanien und auch in Katalonien, betonte Linde. Regional-Präsident Artur Mas hat sich an die Spitze eines Bündnisses der Unabhängigkeitsbefürworter („Junts pel Si“) gesetzt.

Die Zentralregierung in Madrid hatte den Katalanen 2014 mit Verweis auf die Verfassung ein Referendum über die Abspaltung verwehrt. Mas sieht die Wahl am Sonntag als Stellvertreter-Votum der Bevölkerung über ihre politische Zukunft. Er will das Projekt Unabhängigkeit mit einer breiten parlamentarischen Mehrheit im Rücken erneut angehen. Nach Mas‘ Worten brauchen die Separatisten mindestens 68 der 135 Sitze, um binnen eineinhalb Jahren die Weichen für ein Abspaltung zu stellen.

In jüngsten Umfragen kommen die Unabhängigkeitsbefürworter auf 63 bis 67 Mandate. Sie würden damit die absolute Mehrheit knapp verfehlen. Mit den Stimmen für die radikalere Links-Partei CUP winken dem Lager der Separatisten jedoch mehr als 70 Sitze. Die autonome Region Katalonien hat 7,5 Millionen Einwohner und erbringt ein Fünftel der spanischen Wirtschaftsleistung. Mit der Caixa in Barcelona hat auch eines der Schwergewichte der spanischen Bankenbranche ihren Sitz in dem Gebiet.

Die Regierung in Madrid hält ein Referendum für verfassungswidrig, weil damit eine Minderheit der Bürger über eine Angelegenheit entscheiden würde, die das ganze Land betrifft. In Schottland war vor rund einem Jahr ein Referendum über die Unabhängigkeit von Großbritannien hingegen zugelassen worden. Die Schotten entschieden sich jedoch mehrheitlich für den Verbleib im Vereinigten Königreich.