Flüchtlinge - Bundesheer verdoppelte Kräfte in der Südsteiermark
Wien/Spielfeld/Bad Radkersburg (APA) - Das Bundesheer hat in der Steiermark rund 330 Soldaten v.a. aus Kärnten und NÖ sowie zwei Hubschraube...
Wien/Spielfeld/Bad Radkersburg (APA) - Das Bundesheer hat in der Steiermark rund 330 Soldaten v.a. aus Kärnten und NÖ sowie zwei Hubschrauber im Assistenzeinsatz für die Polizei bei der Bewältigung der Flüchtlingssituation. Die Verstärkung über das Wochenende dient dazu, im Bedarfsfall Personal seitlich der kleineren Grenzübergänge zu haben. Die Helikopter sollen Aufklärung entlang der Grenze fliegen, hieß es am Montag auf APA-Anfrage.
Seit voriger Woche stehen 137 Soldaten aus Mistelbach und Großmittel im Südosten an der Staatsgrenze im Einsatz. Die Uniformierten gehören zu einer Kaderpräsenzeinheit (KPE) des Artillerie- und Aufklärungsbataillons (AA3) aus Mistelbach bzw. des Panzergrenadierbataillons 35 aus Großmittel mit rund 50 Fahrzeugen und besteht ausschließlich aus Berufs- und Zeitsoldaten. Das gleiche gilt für die 118 Angehörigen des Jägerbataillons 26 mit rund 30 Fahrzeugen aus dem Kärntner Spittal/Drau, die am Wochenende anrückten. Diese haben vorläufig am Garnisonsübungsplatz Pöls Quartier bezogen.
Dazu kommen noch Mitglieder der Militärstreife (MP) aus Salzburg und Wien sowie zwei Hubschrauber OH-58 „Kiowa“ aus Langenlebarn (NÖ) vom Luftunterstützungsgeschwader. Eine der Maschinen ist mit nach vorne gerichteten Infrarot-Wärmebildsuchgerät (FLIR) für den Einsatz bei Nacht und schlechtem Wetter ausgerüstet. In einem eigenen Shelter können die Luftmeldungen ausgewertet und weitergegeben werden. Das Militärkommando stellt rund 50 Soldaten für Versorgungs-, Transport- und sonstige Unterstützungsleistungen zur Bewältigung des Flüchtlingsstromes in Verwendung, zumeist in Zusammenarbeit mit zivilen Behörden und Hilfsorganisationen.
Die Kärntner kommen dabei im Bezirk Leibnitz westlich von Spielfeld ab dem Grassnitzberg zum Einsatz. Die KPE aus Niederösterreich ist für den Bereich östlich von Spielfeld bis Sicheldorf zuständig. Die Militärpolizei unterstützt die Exekutive an den großen Grenzübergängen Bad Radkersburg und Spielfeld, im daran anschließenden Gelände patrouillieren die Angehörigen der beiden Assistenzkompanien. Bisher habe man nur bei der „Erstaufnahme“ von Flüchtlingen mitgewirkt, etwa aus dem großen Lager in Gornja Radgona, aus dem am Wochenende zwei größere Gruppen Richtung Österreich kamen, so Militärkommando-Sprecher Oberst Gerhard Schweiger. Darüber hinaus habe man beim Aufbau der Zelte der Sammelstellen im Grenzbereich geholfen. „Wir sind vorbereitet für alles, was die Polizei erwartet“, so der Oberst. Man habe auch Verbindungsoffiziere bei den Bezirkshauptmannschaften Südoststeiermark und Leibnitz.