Wohnbauförderung - Zu wenig neuer Wohnraum in Ballungsräumen

Wien (APA) - Die Ausgaben der Bundesländer für Wohnbauförderung sind 2014 gegenüber 2013 um 9 Prozent auf 2,95 Mrd. Euro gestiegen. In den B...

Wien (APA) - Die Ausgaben der Bundesländer für Wohnbauförderung sind 2014 gegenüber 2013 um 9 Prozent auf 2,95 Mrd. Euro gestiegen. In den Ballungsräumen bestünden immer noch Defizite, so das Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen (IIBW) heute, Montag. Mit rund 47.900 Baubewilligungen für neue Wohnungen sowie mehreren tausend An-, Um- und Zubauten im Bestand liege Österreich aber insgesamt nahe am Bedarf.

In den vergangenen zehn Jahren sei die Bevölkerung um 4,8 Prozent gewachsen - bis 2024 soll die Einwohnerzahl um weitere 5,4 Prozent zulegen. Für die zusätzlich rund 460.000 Einwohner bzw. 320.000 Haushalte müsse Wohnraum geschaffen werden - insbesondere in den größeren Städten, heißt es in einer IIBW-Studie, die im Auftrag des Fachverbandes der Stein- und keramischen Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich erstellt wurde.

Im abgelaufenen Jahr wurden den Angaben zufolge 5.100 Eigenheime gefördert - „ein historischer Tiefstwert“, wie es heißt. Der Geschoßwohnbau (Bau von Wohnhäusern) habe sich mit 23.600 Zusicherungen positiv entwickelt, teilte IIBW-Geschäftsführer Wolfgang Amann mit.

Am stärksten zugelegt haben die Förderungsausgaben in den Bundesländern Burgenland und Niederösterreich, rückläufig entwickelten sie sich hingegen in Vorarlberg und Salzburg.

„Bedenklich stimmt die sinkende Sanierungsförderung“, sagte der Geschäftsführer des Fachverbandes der Stein- und keramischen Industrie, Andreas Pfeiler. Die Wohnhaussanierung sei 2014 mit 700 Mio. Euro gefördert worden - der Anteil am gesamten Sanierungsbudget sei in den zwei Jahren zwischen 2012 und 2014 von 28 auf 24 Prozent zurückgegangen. „Die Reduktion des Sanierschecks zeigt einmal mehr seine Auswirkungen - Österreich liegt in diesem Bereich deutlich unter dem EU-Durchschnitt“, so Pfeiler. Er forderte erneut eine „Zweckwidmung der Wohnbauförderung“. Diese solle im Rahmen der Finanzausgleichsverhandlungen wieder eingeführt werden.

Bei Eigenheimen ist der Förderungsdurchsatz (das Verhältnis von Förderungszusicherungen zu Baubewilligungen) dem Fachverbandsvorsitzenden zufolge inzwischen auf 30 Prozent stark gesunken. Nur noch jedes dritte Haus im Eigenheimbereich werde aus Mitteln der Wohnbauförderung finanziert. Beim Geschoßwohnbau blieb der Förderungsdurchsatz dafür mit 75 Prozent auf hohem Niveau.