Raumgleiter mit Allrad-Option
Ford präsentiert die dritte Evolutionsstufe des Galaxy unverändert als Siebensitzer, mit einer Fülle von Optimierungen und neuen Technik-Details.
Von Beatrix Keckeis-Hiller
Strobl am Wolfgangsee –Eigentlich feiert der Ford Galaxy heuer seinen zwanzigsten Geburtstag. Seit 1995 spielt er im Kanon der siebensitzigen Familien- und Business-Vans mit. Allerdings teilte er sich mehr als zehn Jahre lang die technische Basis mit dem VW Sharan und dem Seat Alhambra. Also ist er als echter Kölner noch nicht ganz zehn Jahre alt. Dafür feiert er sein erstes volles Jahrzehnt mit der insgesamt dritten Evolutionsstufe fürs Modelljahr 2016, die Ford als neue Generation bezeichnet.
Bezeichnend dafür ist das aktuelle Weltauto-Familiengesicht, identifizierbar am trapezförmigen chrom-verbrämten Kühlergrill, nebst akzentuierterer Motorhaube und schmaler gezeichneten Scheinwerfern. Das beschert ihm optisch eine schlankere Figur und damit einen sportlicheren Auftritt, wiewohl an den Dimensionen kaum etwas verändert wurde. Das bedeutet 4848 mm Länge, 2137 mm Breite (ausgeklappte Außenspiegel) und 1747 mm Höhe bei einem Radstand von 2849 mm. Zur frischen äußerlichen Einkleidung kommt eine neue Auskleidung. Das bedeutet serienmäßig Wohnraum für sieben Personen mit einer Reihe von Detailverfeinerungen. Der Flexibilität der neu konturierten Möblierung entgegen kommt ein im Galaxy neu eingeführtes Sitzfaltsystem – bezeichnenderweise genannt „FoldFlat“ – für die Fond-Reihen, wobei die hintersten Sessel optional auch elektrisch betrieben flachgelegt werden können. Den Einsteigekomfort ins Heck fördert eine Easy-Entry-Vorrichtung. Und für den Reisekomfort aller sorgt eine neue Integrallenker-Hinterachse, optional mit automatischem Niveauausgleich, samt optimierten Federelementen.
Unter der Fülle an Optimierungen und neuen Technik-Details ist eines hervorzuheben, mit dem Ford einem derzeit im Flottengeschäft (das für den Galaxy derzeit 85 Prozent ausmacht) starken Trend entgegenkommt: Allradantrieb. Es handelt sich um das bei Ford hausgemachte System, das im Kuga debütiert hat. Für den Galaxy ist es, wie im Mondeo, modifiziert. Es leitet automatisch und situativ Antriebskraft auch an die Hinterräder. Der Wirksamkeit anschaulich auf den Zahn gefühlt werden konnte bei nasskalten Luft- und Fahrbahnbedingungen auf der Postalmstraße in Salzburg, anhand der Turbodiesel-/Getriebevariante 2.0l TDCi (180 PS) mit Sechsstufen-Doppelkupplungsgetriebe (PowerShift). Abgesehen von Trittsicherheit und solider Anrittsstärke entwickelt der Galaxy in dieser Konfiguration recht sportliche Ambitionen. Überzeugt haben in den zahlreichen engen Haarnadelkurven, garniert mit wechselnden Fahrbahnqualitäten und beachtlichen Steigungen sowie Gefällen die Lenkpräzision und die Bremsleistung.
Außer der beschriebenen Modellvariante offeriert Ford den neu gemachten Siebensitzer als Benziner mit einem 1,5-Liter (160 PS, 6-Gang-Schalter) und einem 2,0-Liter (240 PS, 6-Stufen-Automatik) sowie als Diesel, mit dem bekannten Zweiliter in den Leistungsstufen 120, 150 und – mit Biturbo – 210 PS. Der kleinste Ölbrenner ist nur mit manueller Schaltung zu haben, der Stärkste nur mit Doppelkupplung, bei den beiden anderen hat man die Wahl zwischen beiden Getrieben. Allrad gibt’s nur für den 150- und 180-PS-Selbstzünder. Die Markteinführung ist bereits erfolgt; der Einstiegspreis liegt bei 37.100 Euro.