„Zoe“lektrisch durch den Alltag
Elektroauto-Marktführer Renault hat dem Zoe einen neuen Drehstrommotor mit bis zu 240 Kilometer Reichweite spendiert. Der Öko-Franzose könnte damit der reale Traum jedes Pendlers werden.
Von Reinhard Fellner
Innsbruck –Dass die Elektrifizierung des Fahrzeugbestandes nicht schon weiter fortgeschritten ist, liegt (noch) an den begrenzten Reichweiten der Fahrzeugakkus und der spärlichen Ladeinfrastruktur. Der Verbreitung der laut- und emissionslosen Stromer müsste dies jedoch keinen Abbruch tun. Eine Reihe von topmodernen E-Fahrzeugen empfiehlt sich nämlich als Zweitfahrzeug im Sinne eines optimalen Pendlerautos. Jeder, der im 50-Kilometer-Speckgürtel einer großen Stadt oder gar innerhalb lebt, darf sich angesprochen fühlen. Ein Einfamilienhaus mit Garage ist dazu von Vorteil, ebenso ein Chef mit Ökogewissen, der seinem Mitarbeiter einen Parkplatz nah an einer Firmensteckdose gewährt.
Eine Steckdose in der TT-Tiefgarage musste reichen, um die Praxistauglichkeit des neuen Renault Zoe R240 zu testen. Der neue Drehstrom-Synchronmotor von Renault vereinigt 95 neue Patente in sich und bringt den von Grund auf als Elektroauto entwickelten Zoe nun unter optimalen Bedingungen auf 240 anstatt vorher 210 Kilometer Reichweite. Dazu konnte die Ladezeit um zehn Prozent gesenkt werden, die Vollladung an der Haushaltssteckdose erfolgt nun mit sechs bis acht Stunden um zwei Stunden schneller. Eine Schnellladung auf 80 Prozent ist optional in 30 Minuten möglich.
Die Technik
Motor: Drehstrom-Synchronmotor
Batterie: Lithium-Ionen, 400 V
Drehmoment: 220 Nm bei 250 U/min
Leistung: 43 - 65 kW
L/B/H: 4085/1730/1562 mm
Gewicht: 1503/1943 kg
Kofferraumvolumen: 338 – 1225 l
Speicherkapazität: 22 kWh
Höchstgeschwindigkeit: 135 km/h
0 – 100 km/h: 13,5 Sekunden
Verbrauch: 139 Wh/Kilometer
Kraftübertragung: Front/Automatik
Preis: (Life) 21.390 Euro
CO2-Emission: 0 g/km
Dieser Vorgang ist übrigens leicht wie ein Kinderspiel. Den Renault-Rhombus an der Motorhaube auf, den Stecker rein, und schon sieht man über die Armaturen den Ladestatus.
Braust man dann los, überrascht neben der Lautlosigkeit vor allem das Drehmoment des Elektromotors, das mit bis zu 250 Newtonmetern nur unzureichend dargestellt wird. So zieht der Zoe stürmisch los und kann bei Bedarf in der Stadt immer unter den Schnellsten sein.
Das ergibt zusammen mit dem hochmodernen Auftritt und der französisch leichten Inneneinrichtung des Zoe ein wirklich freudvolles Fahren mit weitgehend reinem Ökogewissen. Zumal der Zoe bei Bedarf auch als absolut geräumiger Fünfsitzer mit 338 Litern Kofferraum zur Verfügung steht. Mehr wie gut 100 Kilometer Reichweite sind bei solchen Beanspruchungen dann jedoch nicht mehr drin.
Dennoch, die Idee benzin- und abgasfreien Pendelns funktioniert allemal, zumal beim kleinen Elektro-Held des Alltags ja auch kaum Reparaturen zu erwarten sind. Fällt doch was an, gibt es vier Jahre Garantie. Die Batterie-Miete beginnt für Wenigfahrer ab 49 Euro. Auch den Preis hat Marktführer Renault mit gerade 21.390 Euro besonders spitz kalkuliert.