Streit über Muslime spaltet US-Republikaner
Washington – Die Quereinsteiger bei den US-Republikanern haben im Vorwahlkampf schon wieder für eine Kontroverse gesorgt, die der Partei sch...
Washington –Die Quereinsteiger bei den US-Republikanern haben im Vorwahlkampf schon wieder für eine Kontroverse gesorgt, die der Partei schaden kann. Sowohl der in Umfragen führende Donald Trump als auch der lange Zeit Zweitplatzierte Ben Carson sind mit anti-muslimischen Äußerungen aufgefallen.
Den Anfang machte der schillernde Milliardär Trump. Bei einem Wahlkampf-Auftritt vermied er es, einen Fragensteller zu berichtigen, der Muslime als Amerikas Problem bezeichnet hatte – und den amtierenden Präsidenten Barack Obama als Muslim, der nicht einmal Amerikaner sei. Daraufhin erklärte der Neurochirurg Carson in zwei Interviews, er sei gegen einen Muslim als US-Präsidenten. Der Amtseid solle auf die Bibel abgelegt werden und nicht auf den Koran.
Anti-muslimische Vorurteile sind an der Parteibasis der Republikaner weit verbreitet – ebenso wie das Gerücht, Obama sei nicht in den USA geboren und außerdem Muslim. Doch gemessen an der Gesamtbevölkerung handelt es sich um eine radikale Minderheit. Das Parteiestablishment ist deshalb besorgt, dass die Kontroverse die Wahlchancen republikanischer Kandidaten weiter beeinträchtigt. Trump hatte zuvor schon mit abfälligen Äußerungen über Frauen und über Mexikaner für Schlagzeilen gesorgt.
Die republikanischen Mitbewerber waren am Wochenende um vorsichtige Distanz zu den anti-muslimischen Äußerungen bemüht. Senator Ted Cruz etwa verwies auf die US-Verfassung, die bestimmt, dass es für ein öffentliches Amt keinen religiösen Test geben darf. Ex-Gouverneur Jeb Bush ging sogar so weit, Obama einen talentierten Mann zu nennen – „und übrigens, er ist ein Amerikaner, ein Christ“. (floo)