Gut gerechnet: Drei mal zwei in einem
Nissan hat seine Stärke in der Kreuzung von Sport Utility Vehicles und gewöhnlicher Pkw-Karosserie gefunden: Die Crossover Qashqai, Juke und X-Trail sind das erfolgreichste Trio in diesem Segment.
Von Stefan Pabeschitz
Megève –In Japan und den USA ist Nissan einer der großen Generalisten auf dem Markt, in Europa hat die Marke dagegen ihre spezielle Nische gefunden. Über sechzig Prozent der heimischen Verkäufe werden mit den Crossover-Modellen bestritten, die erhöhte Bodenfreiheit mit einer Pkw-artigen Fahrgastzelle verbinden. Und auch als 4x4 geordert werden können, üblicherweise aber mit Frontantrieb ihr Auskommen finden. Qashqai, Juke und X-Trial haben ihre jeweilige Fahrzeugklasse sogar bis zu einem gewissen Grad begründet oder zumindest stark beeinflusst.
Die Geschichte des Qashqai darf stellvertretend für die verschlungenen Wege stehen, die technische Entwicklungen bisweilen nehmen. 2002 sollte ein Techniker-Team den Nachfolger des damals schon etwas patinierten Kompakt-Mittelklässlers Nissan Almera entwickeln. Nach Bewertung der Möglichkeiten beschlossen sie, das lieber sein zu lassen, wenn sie die traditionellen Markentugenden Innovation und Fahrfreude erhalten wollten. Stattdessen entschieden die Ingenieure, dem damals gerade Fahrt aufnehmenden SUV-Trend Rechnung zu tragen und ein Auto zu konstruieren, welches das Fahrverhalten eines Pkw und die bei den Kunden gefragte erhöhte Sitzposition verband.
Der aus dieser Idee und der Erfahrung mit dem damaligen 4x4 X-Trail entwickelte Mischling erntete bei seiner Präsentation 2006 keine allzu guten Prognosen. Was die wert waren, entschied danach der Markt: Der Qashqai läuft mittlerweile in zweiter Generation vom Band und hält derzeit bei über 2,6 Millionen Stück – das erfolgreichste Nissan-Modell in der Marken-Geschichte. Über 31.000 davon fanden in Österreich Käufer.
Der Juke war somit die logische Konsequenz aus diesem Erfolg. Seit 2010 besetzt der kleine Kompakt-Crossover erfolgreich sein ureigenes Segment – wieder entgegen der Prophezeiungen, die seinem wilden Ninja-Design damals kaum Chancen gaben. Auch er hat es mittlerweile auf über eine Million verkaufte Exemplare geschafft, davon 6500 in Österreich. Tatsächlich wildert er inzwischen als sportlich gestraffter Nismo RS mit bis zu 218 PS sogar in angestammten GTI-Revieren, in denen ihn der Mitbewerb absolut nicht erwartet hatte.
Der Juke R mit irrwitzigen 600 PS besetzt probehalber auch die Disziplin des Sinnlosen, das aber dafür wirklich glaubwürdig. Optional kann er mittlerweile auch mit Siebengang-Automatik und Allrad kombiniert werden.
Am SUV-lastigsten gibt sich in Nissans Crossover-Riege immer noch der seit vorigem Jahr in dritter Generation laufende X-Trail, der generell mit großzügigem Raumkonzept aufwartet und optional auch als Siebensitzer geordert werden kann. Soeben wurde ihm außerdem der 163 PS starke 1,6-DIG-T-Benzin-Motor zuteil, der bereits Qashqai und Juke befeuert. Da wie dort ein solides Triebwerk mit leichtfüßigem Antritt, günstig angelegtem Drehmomentverlauf und ansprechender Gesamtperformance. Im X-Trail ist es allerdings nur für die Frontantriebsvariante verfügbar, wer Vortrieb auf allen vieren will, muss zum drehmomentstarken 1,6 Diesel mit 130 PS greifen.
Dem allgemeinen Verlangen des Marktes folgend ist ab November vorerst der Juke in der neuen Ausstattungslinie N-Connecta verfügbar, später werden auch Qashqai und X-Trail folgen. Damit wird die Lücke zwischen den bisherigen Trimm-Levels Acenta und Tekna mit einem Paket aus Infotainment-System mit Touchscreen, Rückfahrkamera, Regensensor, Fahrlicht-Automatik, intelligentem Schlüsselsystem und Sitzheizung geschlossen.
Der Juke ist mit dieser Ausstattung ab 21.761 Euro zu haben, die Preise für die anderen Modelle mit N-Connecta-Ausstattung stehen noch nicht fest.