EU-Klimaschutz - Nordrhein-Westfalen in Sorge um Stahlbranche

Düsseldorf (APA/dpa) - Das Wirtschaftsministerium im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen sorgt sich angesichts geplanter EU-Klimaschutz...

Düsseldorf (APA/dpa) - Das Wirtschaftsministerium im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen sorgt sich angesichts geplanter EU-Klimaschutzverschärfungen um die dortige Stahlindustrie mit ihren rund 48.000 Beschäftigten. Die Stahlindustrie sei ein „wichtiges Fundament der industriellen Wertschöpfungskette“, sagte Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) am Montag in Düsseldorf.

Bei einem „Stahlgipfel“ mit Branchen- und Gewerkschaftsvertretern sowie Abgeordneten forderte er: „Es darf keine europäische Klimaschutzpolitik nach dem Motto geben: Wenn die Industrie abwandert, ist Gutes für das Klima getan.“

„Die von der EU-Kommission im Juni angekündigte Verschärfung des EU-Emissionshandels gefährdet die Existenz der Stahlindustrie - auch in NRW“, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff. Der IG Metall-Chef in NRW, Knut Giesler, forderte Investitionen in Menschen, Maschinen und die CO2-Reduzierung.

NRW mit der Stahlhochburg Duisburg ist Europas größter Stahlstandort. Aus dem Bundesland kommen rund 38 Prozent des deutschen Rohstahls. Mit der Verteuerung der Verschmutzungsrechte will die EU europaweit die Klimaziele erreichen. Das hoch industrialisierte NRW ist allein für ein Drittel aller deutschen Treibhausgase verantwortlich.