Flüchtlinge - Merkel glaubt nicht an „Lösung über Nacht“
Berlin/Brüssel (APA/Reuters) - Vor dem EU-Sondergipfel zur Flüchtlingskrise hat sich die deutsche Kanzlerin Angela Merkel skeptisch gegenübe...
Berlin/Brüssel (APA/Reuters) - Vor dem EU-Sondergipfel zur Flüchtlingskrise hat sich die deutsche Kanzlerin Angela Merkel skeptisch gegenüber einer schnellen Lösung gezeigt. „Eine Lösung gleichsam über Nacht kann und wird es nicht geben“, sagte sie am Montag bei einer CSU-Parteisitzung im Bundestag.
Zugleich mahnte Merkel ein gemeinsames Vorgehen der 28 Mitgliedstaaten an. Es müsse alles dafür getan werden, dass die EU-Staaten in wichtigen Fragen wie etwa die Verteilung der Flüchtlinge „im Konsens statt mit qualifizierter Mehrheit“ entscheiden. Zuletzt hatte vor allem die luxemburgische Ratspräsidentschaft angesichts der stetigen Weigerung zahlreicher osteuropäischer Staaten, einen Verteidigungsschlüssel mitzutragen, damit gedroht diese zu überstimmen.
Zu dem Thema werde es noch viele Gipfel und Beratungen geben, sagte Merkel. „Wir werden Geduld und einen langen Atem brauchen.“ Noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg seien so viele Menschen auf der Flucht gewesen wir heute. Angesichts dessen sei es wichtig, dass sich die EU mit einer fairen Verteilung der Menschen, einem besseren Schutz der Außengrenzen Europas, der direkten Hilfe für Länder mit Flüchtlingslagern wie die Türkei, der Libanon und Jordanien sowie der Bekämpfung der Fluchtursachen befassten.
Die EU-Staats- und Regierungschefs beraten am Mittwoch zum Flüchtlingsthema. Bereits am Dienstag kommen die EU-Innenminister zusammen.