Flüchtlinge - Niessl dankte Einsatzkräften in Nickelsdorf

Nickelsdorf (APA) - Besuch von der Landespolitik bekamen am Montagnachmittag jene Einsatzkräfte, die in Nickelsdorf seit Wochen die aus Unga...

Nickelsdorf (APA) - Besuch von der Landespolitik bekamen am Montagnachmittag jene Einsatzkräfte, die in Nickelsdorf seit Wochen die aus Ungarn über die Grenze ins Burgenland kommenden Flüchtlinge in Empfang nehmen und versorgen. Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) dankte den Angehörigen von Polizei, Bundesheer und Rettungsorganisationen sowie den freiwilligen Helfern für ihre Bereitschaft, zu helfen.

Niessl, der von den Landesräten Astrid Eisenkopf (SPÖ), Norbert Darabos (SPÖ) sowie Klubobmann Robert Hergovich und mehreren SPÖ-Abgeordneten begleitet wurde, sprach beim Flugdach und bei den Zelten mit Mitarbeitern des Roten Kreuzes und mit Soldaten, zum Teil handelte es sich um ehrenamtliche Helfer. Als kleines Dankeschön für die Einsatzkräfte hatte man Getränke und Snacks mitgebracht.

Am Weg zur Einsatzzentrale begrüßte der Landeshauptmann Polizisten, die bei ihren Fahrzeugen warteten. Der große Platz, auf dem sich in den vergangenen Wochen zigtausende Flüchtlinge aufgehalten hatten, um auf die Weiterfahrt zu warten, war Montagnachmittag praktisch leer. Ein Zug der Einsatzeinheit der Wiener Polizei hatte gerade Aufstellung genommen. 100.000 Flüchtlinge in drei, vier Wochen „komplett problemlos“ abzuwickeln sei „eine großartige Leistung“, sagte Niessl.

In der Einsatzzentrale machte sich die Delegation ein Bild von der aktuellen Lage: An den Wänden hingen Einteilungen und Listen mit Quartieren, Transportmöglichkeiten und -kapazitäten. Über Funk kam plötzlich die Information, dass der erwartete Zug mit rund 1.800 Flüchtlingen in Hegyeshalom eingetroffen sei.

An einem Tag wie heute mit 3.000 Menschen bisher und erwarteten weiteren ein- bis zweitausend sei es „kein Problem“, so Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil zur APA. Bis auf wenige Hundert seien alle angekommenen Flüchtlinge bereits nach Wien gebracht worden: „Mit diesen Größenordnungen kann man auf alle Fälle umgehen.“

Am Sonntag hingegen sei es bei 10.000 Menschen in Nickelsdorf zumindest für ein paar Stunden kritisch geworden: Man habe keine Busse gehabt mit Destinationen. „Bei diesen Größenordnungen wird es mittlerweile schwierig, weil sehr viele in Wien und in Oberösterreich bereits untergebracht sind“, in der Steuermark und in Kärnten seien ebenfalls Flüchtlinge erwartet worden und deshalb Quartiere in Vorhalt gestanden.

Was einem Politiker durch den Kopf geht, wenn er sich ein Bild von der Situation an der Grenze in Nickelsdorf macht? „Mir geht durch den Kopf, dass es ganz furchtbar und schrecklich ist, wenn es in Regionen Krieg gibt, weil der Krieg die Ursache dafür ist, dass Menschen auf der Flucht sind. Und Kriegsflüchtlingen muss natürlich geholfen werden.“ Es müsse „alles getan werden, dass es Friede gibt“ und dass an den Schengen-Außengrenzen Erstaufnahmestellen errichtet werden, um die Asylverfahren dort abzuwickeln. Notwendig sei auch eine „faire Aufteilung“ auf die europäischen Länder, meinte Niessl.