Flüchtlinge - Fischer bei Präsidenten-Treffen in Deutschland

Eisenach (APA/dpa) - Bundespräsident Heinz Fischer hat am Montag am sogenannten Arraiolos-Treffen europäischer Staatsoberhäupter auf der War...

Eisenach (APA/dpa) - Bundespräsident Heinz Fischer hat am Montag am sogenannten Arraiolos-Treffen europäischer Staatsoberhäupter auf der Wartburg in den ostdeutschen Städten Eisenach und in Erfurt teilgenommen. Dabei warb der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck angesichts der hohen Zahl von Flüchtlingen für ein Zusammenstehen der Europäer.

„Gerade beim Umgang mit den vielen Flüchtlingen, die nach Europa kommen, gilt: Wir müssen beieinanderbleiben, wir müssen die Aufgaben, die sich uns unausweichlich stellen, miteinander angehen“, sagte Gauck am Montag im Festsaal der Wartburg bei Eisenach. „Das ist unsere gemeinsame Verantwortung.“

Das zweitägige Treffen Gaucks mit den Präsidenten Italiens, Polens, Portugals, Österreichs, Bulgariens, Estlands, Finnlands, Lettlands, Sloweniens und Maltas. Christliche Nächstenliebe gehöre zu den Wurzeln des sozialen und solidarischen Europas, sagte Gauck. „Ohne Hinwendung zu den Schwächsten verlöre Europa seine Seele.“

Fischer besuchte mit seiner Frau Margit auch die KZ-Gedenkstätte Buchenwald. Beide zeigten sich angesichts der Mordmaschinerie der Nationalsozialisten erschüttert und legten je einen Strauß weißer Rosen am Denkmal für die Häftlinge des Konzentrationslagers nieder, hieß es in einer Aussendung am Montag.

Gauck erinnerte an die wechselvolle Geschichte der Wartburg, die Wirkungsstätte der Heiligen Elisabeth (1207-1231) und des Kirchenreformators Martin Luther war. Die nach Thüringen verheiratete ungarische Königstochter hatte sich als Wohltäterin der Armen einen Namen gemacht. Der vom Papst unter Bann gestellte Kirchenreformator Martin Luther (1483-1546) fand auf der Wartburg Zuflucht und Schutz und übersetzte das Neue Testament ins Deutsche. Die Bedeutung der Reformation, deren 500. Jahrestag 2017 begangen wird, für Europa ist eines der Themen auf dem Treffen der EU-Präsidenten.

Die Arraiolos-Gruppe ist nach dem Ort ihrer ersten Zusammenkunft in Portugal benannt. Ihr gehören neben den Präsidenten Deutschlands und Österreichs derzeit auch die Staatsoberhäupter aus Finnland, Italien, Lettland, Polen, Portugal, Slowenien und Ungarn an.