Frankfurter Börse

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der Frankfurter Aktienindex DAX hat am Montag dank des Rückenwinds von der Wall Street seine Verluste abge...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der Frankfurter Aktienindex DAX hat am Montag dank des Rückenwinds von der Wall Street seine Verluste abgeschüttelt. Nachdem der Kurssturz von Index-Schwergewicht Volkswagen (VW) wegen manipulierter Abgastests den deutschen Leitindex bis zur Mittagszeit ausgebremst hatte, hellten die deutlichen Kursgewinne an den US-Börsen die Stimmung auf.

Auch der schwächelnde Euro, der deutsche Produkte für Käufer außerhalb des Währungsraums verbilligt, half dem DAX auf die Beine. Zu Handelsschluss stand der Index 0,33 Prozent höher bei 9.948,51 Punkten. Vor dem Wochenende hatte das Börsenbarometer wegen Sorgen um die Weltwirtschaft noch über drei Prozent an Wert eingebüßt und auf Wochensicht gut zwei Prozent verloren.

Die anderen deutschen Indizes konnten sich am Montag ungeachtet negativer Unternehmensnachrichten ebenfalls sichtbar von ihren Tagestiefs erholen: Der MDax der mittelgroßen Werte schaffte wie der DAX in die Gewinnzone und schloss mit einem Plus von 0,66 Prozent bei 19.640,35 Punkten. Der Technologiewerte-Index TecDax dämmte seine Verluste immerhin ein und notierte am Ende noch 0,76 Prozent tiefer bei 1.746,97 Punkten.

Europaweit war das Thema Griechenland mit dem Sieg des Linksbündnisses Syriza bei der Parlamentswahl wieder in den Blick gerückt, hatte aber nur geringen Einfluss auf die Kurse. In New York stand der US-Leitindex Dow Jones zum europäischen Handelsende gut ein Prozent im Plus.

Dass VW in den USA Abgaswerte von Diesel-Autos für Fahrzeugtests manipuliert hat, drängte alle anderen Unternehmensnachrichten in den Hintergrund und sorgte bei Anlegern wie Experten für Entsetzen. Wegen der drohenden Strafzahlung von bis zu 18 Milliarden Euro, der Aussicht auf Rückrufkosten sowie mögliche Regressansprüche von enttäuschten Kunden und Aktionären büßten die Vorzugsaktien des Wolfsburger Autobauers zwischenzeitlich mehr als ein Fünftel ihres Werts ein.

Am Ende stand noch ein Minus von 18,60 Prozent auf 132,20 Euro zu Buche. Das bedeutete nicht nur den niedrigsten Schlusskurs seit Juli 2012 für die VW-Aktien, sondern auch einen Börsenwert-Verlust von etwa 14 Milliarden Euro für den Konzern. Die Hiobsbotschaft aus den USA belastete auch die Titel der anderen deutschen Autobauer, die auf dem US-Markt ebenfalls stark auf Diesel setzen: Für BMW und Daimler ging es um jeweils rund eineinhalb Prozent bergab.

Auch von anderen Unternehmen aus der Autobranche kamen zum Wochenauftakt überwiegend negative Nachrichten. Eine Gewinnwarnung ließ den Aktienkurse des Zulieferers ElringKlinger am MDax-Ende um 14,78 Prozent auf 17,875 Euro einbrechen - das war der tiefste Stand seit November 2011. Bei Konkurrent Leoni sorgte ein gesenktes Umsatzziel für einen Kursverlust von 4,08 Prozent. Das Tableau der Schreckensnachrichten komplett machte die Gewinnwarnung des Modekonzerns Tom Tailor, dessen Aktien als Schlusslicht im SDax der geringer kapitalisierten Werte um 19,70 Prozent nach unten rasselten.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA533 2015-09-21/18:28