14 Jahre Haft für Russen nach Job-Bewerbung in Schweden

Moskau (APA/AFP) - Weil sich ein russischer Ex-Geheimdienstmitarbeiter in Schweden für einen Job beworben hat, ist er am Montag in seinem He...

Moskau (APA/AFP) - Weil sich ein russischer Ex-Geheimdienstmitarbeiter in Schweden für einen Job beworben hat, ist er am Montag in seinem Heimatland wegen Verrats zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Gennady Krawzow war im Mai 2014 wegen des Vorwurfs verhaftet worden, Staatsgeheimnisse an Schweden verraten zu haben, nachdem er 2010 seinen Lebenslauf an einen potenziellen Arbeitgeber in Schweden geschickt hatte.

Nach Angaben des russischen Geheimdienstes FSB hatte sich der Mann für eine Arbeit beim „Radio-Technik-Zentrum des schwedischen Verteidigungsministeriums“ beworben, dem er Informationen zum russischen Raumfahrt-Programm gegeben habe.

Der Prozess in Russland fand hinter verschlossenen Türen statt. Laut Krawzows Verteidigern beruhte die Anklage auf als geheim eingestuften Angaben, die die Anwälte nicht einsehen durften. Manche Vorgaben seien erst in Kraft getreten, nachdem ihr Mandant den russischen Geheimdienst schon verlassen hatte. Demnach arbeitete Krawzow 15 Jahre lang für den Geheimdienst des russischen Militärs, den er 2005 verließ.

Russland hat vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen mit dem Westen wegen des Ukraine-Konflikts in den vergangenen Monaten eine Reihe von Verfahren wegen Geheimnisverrats gegen eigene Staatsbürger angestrengt. Darunter war auch der Fall einer Hausfrau und Mutter, die die ukrainische Botschaft angerufen hatte, weil sie befürchtete, dass Soldaten aus ihrer Stadt in die Ukraine geschickte werden könnten. Nach einer Welle der Empörung war eine Anklage gegen sie fallengelassen worden.