Burkina Fasos Übergangspräsident in französischer Botschaft
Ouagadougou (APA/AFP) - Der von den Putschisten in Burkina Faso festgenommene Übergangspräsident Michel Kafando ist von der französischen Bo...
Ouagadougou (APA/AFP) - Der von den Putschisten in Burkina Faso festgenommene Übergangspräsident Michel Kafando ist von der französischen Botschaft in Ouagadougou aufgenommen worden. „Ich bestätige mit der Erlaubnis von Präsident Kafando, dass er in Frankreichs Residenz ist“, teilte der französische Botschafter in dem westafrikanischen Land, Gilles Thibault, am Montagabend über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.
Die Putschisten aus den Reihen der Elitetruppe RSP hatten Kafando sowie den Übergangsregierungschef Isaac Zida und zwei Minister am Mittwoch in ihre Gewalt gebracht, als sie eine Kabinettssitzung in Ouagadougou stürmten. Die Putschisten verkündeten später Kafandos Freilassung, danach stand er aber unter Hausarrest. Zida war am Mittwoch weiterhin in der Gewalt der Putschisten.
Die Krise in Burkina Faso hatte zuletzt die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) auf den Plan gerufen. Der von ihren Vermittlern ausgearbeitete Vorschlag sieht Straffreiheit für die Putschisten und die Wiedereinsetzung von Interimspräsident Kafando vor. Geplant ist außerdem, dass die bisher für den 11. Oktober angekündigten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen auf den 22. November verschoben werden. Eine Regelung, wonach Anhänger des im Oktober 2014 gestürzten langjährigen Präsidenten Blaise Compaoré bei den Wahlen nicht kandidieren dürfen, soll aufgehoben werden.
Kafando sagte am Montag dem französischen Radiosender RFI, er stehe dem Vermittlungsvorschlag „sehr reserviert“ gegenüber. Die einflussreiche Protestbewegung Balai Citoyen hatte den ECOWAS-Vorschlag als „beschämend“ zurückgewiesen.
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