Tischtennis: ÖTTV-Team hat bei EM zweimal Silber „zu verteidigen“
Jekaterinburg (APA) - Österreichs Tischtennis-Equipe hat bei den Europameisterschaften von Freitag bis 4. Oktober in Jekaterinburg sozusagen...
Jekaterinburg (APA) - Österreichs Tischtennis-Equipe hat bei den Europameisterschaften von Freitag bis 4. Oktober in Jekaterinburg sozusagen zwei Medaillen zu verteidigen. Einerseits das Team-Silber der Damen aus dem Vorjahr in Lissabon, zum anderen Doppel-Silber von Robert Gardos/Daniel Habesohn von 2013 in Schwechat. Denn Einzel und Doppel standen 2014 in Portugals Hauptstadt nicht auf dem EM-Programm.
„Dann gehen wir jetzt natürlich auf Bronze los“, scherzte Gardos in Bezug darauf, dass er und Habesohn neben Silber auch schon Gold eingeheimst haben. 2012 in Herning/Dänemark holten die beiden den fünften Titel Österreichs in der EM-Geschichte. „Unser Ziel ist natürlich eine Medaille. Wenn die Form passt, ist auch Gold möglich“, meinte Gardos. Habesohn wurde aber zuletzt durch eine Lebensmittelvergiftung geschwächt.
„Ich habe Danny (Anm.: Habesohn) aber schon gesagt, dass das vielleicht sogar ein gutes Omen ist“, meinte Gardos. Denn vor der Dänemark-EM vor drei Jahren war die Situation ähnlich, hatten die beiden in der ersten Runde drei Matchbälle abgewehrt, ehe sie den Titel folgen ließen. Bevor sich Gardos/Habesohn aber nächste Woche im Duett auf Medaillenjagd begeben, gehen sie in den ersten EM-Tagen auf eine Team-Medaille los.
Der Aufstieg könnte schon am Freitag fixierst sein, wenn es gegen Schweden (7.00 Uhr MESZ) und Rumänien (16.00) geht. Aufgrund einer kuriosen Setzungsarithmetik wurden die Österreicher nur aus Topf drei in Pool C gelost. Denn alleinig ausschlaggebend für die Einteilung war die EM 2014. Da hatte die ÖTTV-Truppe die späteren Finalisten Portugal und Deutschland in der Gruppe, verpasste knapp den Aufstieg und wurde Elfte.
Nächstes Jahr wird nach anderen Kriterien gesetzt, doch aktuell müssen Gardos und Co. den Aufstieg der Setzung zuwider erreichen. Letzter Gruppengegner im Streben um die Top zwei ist am Samstag (13.00) Russland. Die EM-Gastgeber waren mit der Zulosung der Österreicher gar nicht zufrieden. Die Viertelfinali sind für Sonntag angesetzt, die Semifinale für Montag und die Endspiele für Dienstag.
Österreichs Damen waren im Vorjahr im Finale. Mit der ersten ÖTTV-Team-Medaille von Liu Jia und Co. wurde die seit 1998 andauernde EM-Medaillenserie gerettet. Die Vorbereitung auf Jekaterinburg absolvierte die Equipe in Linz. „Unsere Damen hatten da besonders starke internationale Trainingspartner“, sagte ÖTTV-Sportdirektor Fritz Svoboda bei einer Pressekonferenz in Schwechat. „Die Voraussetzungen sind gut.“
Liu, Sofia Polcanova, Amelie Solja und Li Qiangbing starten am Freitag (10.00) gegen Frankreich, am Samstag warten ebenfalls Rumänien (7.00) wie auch Serbien (16.00). „Wir haben alle Vollgas gegeben“, berichtete Li. „Mindestens eine Medaille ist das Ziel.“ Diese Einstellung ist ganz nach dem Geschmack von ÖTTV-Präsident Hans Friedinger: „Wir orientieren uns immer nach oben. Nach Silber bleibt daher nur Gold.“
Die Individualbewerbe beginnen am Mittwoch, 30. September mit der Qualifikation. Am vorletzten EM-Tag werden alle Viertelfinali gespielt, ab da geht es um Medaillen. Die Auslosung erfolgt während der Team-EM, Li spielt aber nicht. Sie wird nach dem ersten EM-Teil zu ihrem - und Stefan Fegerls - zwei Jahre alten Sohn Louis heimkehren. Die bisher letzte EM-Einzelmedaille des ÖTTV holte Liu 2012 in Herning mit Bronze.