Missbrauch in Heimen: Zivilprozess gegen Land Tirol
Innsbruck (APA) - Der Zivilprozess eines ehemaligen Heimbewohners der Landeserziehungsanstalt Kleinvolderberg und der Kinderbeobachtungsstat...
Innsbruck (APA) - Der Zivilprozess eines ehemaligen Heimbewohners der Landeserziehungsanstalt Kleinvolderberg und der Kinderbeobachtungsstation Innsbruck gegen das Land Tirol ist am Dienstag am Landesgericht Innsbruck auf den 17. November vertagt worden. Der Mann fordert 320.000 Euro Schadenersatz, weil er zwischen 1972 und 1976 misshandelt worden sei.
Der Kläger führte seine beeinträchtigte spätere Lebensführung, beispielsweise, dass er keine abgeschlossene Ausbildung habe, auf die ihm widerfahrenen Misshandlungen zurück. Er fordert vom Land deshalb sowohl Schmerzensgeld, als auch Verdienstentgang. Der Vertreter des Landes lehnte einen Vergleich gleich zu Prozessbeginn zur Gänze ab.
Das vermeintliche Missbrauchsopfer meinte vor Richter Michael Ortner, dass er bis vor wenigen Jahren unter einer sogenannten „dissoziativen Amnesie“ gelitten habe und deshalb erst jetzt über die damaligen Ereignisse sprechen könne. Für den nächsten Verhandlungstermin war die Einvernahme des Opfers, sowie die Anhörung mehrerer Zeugen geplant. Der Richter kündigte bereits an, dass diese vermutlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden werde.