Schauspielschule: Elternvertreter droht mit Klage
Ehemalige Schüler der Schauspielschule Innsbruck und deren Eltern erheben schwere Vorwürfe gegen die Schulleitung.
Innsbruck –Am Dienstag vergangener Woche tagte der Kulturausschuss der Stadt Innsbruck in Anwesenheit der Ressortverantwortlichen, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer. Bestimmendes Thema der Sitzung, die TT berichtete, waren die Vorgänge an der Schauspielschule Innsbruck, die von der Stadt mit jährlich insgesamt 22.000 Euro subventioniert wird.
In den Monaten zuvor wa-ren an der Schule interne Differenzen eskaliert: Vier Schüler wurden suspendiert. Wenig später löste Schulleiterin Lore Mühlburger zudem die Verträge mehrerer Lehrkräfte, darunter auch den des langjährigen Co-Leiters Frank Röder, vorzeitig auf. Als daraufhin dem Ruf nach einer Generalversammlung des Trägervereins, dem Mühlburger als Obfrau vorsteht, nicht nachgekommen wurde, blieben 22 der 32 Schüler dem Unterricht aus Protest fern. Inzwischen haben die ehemaligen Lehrer und Schüler den Verein „Schauspiel Innsbruck“ gegründet – und dafür bei der Stadt um Fördermittel angesucht.
Dieses Ansuchen wurde vom Kulturausschuss am Dienstag abgelehnt. Bewilligt wurde indessen die Auszahlung der letzten Subventionsrate für die Schauspielschule in Höhe von 4250 Euro. Den Förderzweck, sprich die Durchführung des Unterrichts, sah man, allen Querelen zum Trotz, gegeben. Eine Entscheidung, die bei den Mitgliedern des neuen Vereins auf Widerspruch stößt. „Wie soll ordentlicher Unterricht angeboten werden, wenn 90 Prozent der Schüler streiken und Lehrer binnen weniger Tage ersetzt werden mussten?“, fragt Christian Masten. Der Südtiroler Unternehmer ist Vater einer Schülerin, die seit März dem Unterricht fernblieb. Davor soll auf sie und ihre Mitschüler „massiver psychischer Druck“ von Seiten der Schulleitung ausgeübt worden sein. Ein Vorwurf, den Schulleiterin Mühlburger auf Nachfrage der TT vehement bestreitet. Vielmehr seien die an der Schule verbliebenen Schüler starkem Druck ausgesetzt gewesen.
Davon will Elternvertreter Masten nichts wissen. Vielmehr fragt er sich, wie die Fördergeber – auch das Land subventioniert die Schule mit 60.000 Euro im Jahr – den Eindruck eines geregelten Schulbetriebs gewonnen hätten: „Da haben offensichtlich alle Prüfmechanismen versagt.“
Nachweisen will Masten seine Vorwürfe bei einer heutigen Pressekonferenz. Mehr noch: Im Gespräch mit der TT kündigt er rechtliche Schritte gegen die Schauspielschule an. Das Verhindern einer ordnungsgemäß geforderten Generalversammlung sei undemokratisch und von den „eh schon fragwürdigen“ Vereinsstatuten nicht gedeckt.
Am Fortbestand des neuen Vereins soll der negative Förderbescheid der Stadt, dem wohl auch einer des Landes folgen wird, nichts ändern. Masten: „Die Schüler wurden von der Schule im Stich gelassen. Die Mittel, ihnen den Abschluss, der sie bereits mehrere tausend Euro gekostet hat, zu ermöglichen, müssen nun anderswo aufgetrieben werden.“
Konsequenzenlos blieb die Sitzung des Kulturausschusses freilich auch für die Schauspielschule nicht: Das dreijährige Förderabkommen zwischen Schule und Stadt dürfte vom Tisch sein. (jole)