Flüchtlinge - Klug lobt „sehr professionelles“ Transportmanagement

Wien (APA) - Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) hat sich am Dienstag in der Verkehrsleitzentrale der ÖBB ein Bild vom Transportmanageme...

Wien (APA) - Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) hat sich am Dienstag in der Verkehrsleitzentrale der ÖBB ein Bild vom Transportmanagement des Bundesheers in der Flüchtlingskrise gemacht. Der Auftrag werde „sehr professionell“ ausgeführt, lobte Klug. Auf Kritik der letzten Tage ging er nicht ein. Größere Teile der Miliz zur Unterstützung wird das Bundesheer in naher Zukunft wohl nicht einberufen müssen.

Seit ein paar Tagen hat das Bundesheer im Auftrag der Regierung die Aufgabe übernommen, den Transport der Flüchtlinge zentral zu koordinieren. In der Verkehrsleitzentrale der ÖBB arbeitet man unter anderem Schreibtisch an Schreibtisch mit dem Roten Kreuz und der MA 70, die die Notquartiere koordinieren.

„Ich bin grundsätzlich sehr beeindruckt, mit welch hoher Professionalität hier der Auftrag des Transportmanagements abgewickelt wird“, betonte Klug. Man stehe vor einer Herausforderung, immerhin sei man weltweit mit der „größten Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert“. Die Transportkoordinierung laufe „ruhig, professionell und human“. Auf Kritik etwa von Transportunternehmen, dass die Koordination unter den Landespolizeidirektionen besser gelaufen sei, ging Klug nicht ein.

Auf die Frage, wann dem Bundesheer die Luft ausgehen könnte, meinte der Minister, „diesen Horizont sehe ich zur Stunde nicht“, man verfüge über eine „hohe Durchhaltefähigkeit“. In kleinen Dimensionen wurde bereits die Miliz beigezogen, etwa in Oberösterreich, den Bedarf an weiteren Kräften werde man regelmäßig adaptieren müssen. Für die nahe Zukunft gehe er aber davon aus, mit dem Kaderpersonal auszukommen, erklärte Klug.

Gemeinsam mit ÖBB-Chef Christian Kern und Verkehrsminister Alois Stöger (SPÖ) ließ sich der Verteidigungsminister auch im Krisenzentrum der Bahn auf den neuesten Stand bringen. Am Montag haben die ÖBB demnach fast 4.300 Personen Richtung Deutschland befördert, etwa 3.000 davon dürften tatsächlich über die Grenze gekommen sein, der Rest sich teilweise zu Fuß auf den weiteren Weg gemacht haben. Der Zugverkehr nach Deutschland ist ja derzeit nur sehr eingeschränkt möglich. Registriert hat man bei der Bahn, dass sich Flüchtlinge verstärkt mit Fahrkarten in regulären Zügen von Graz nach Wien aufmachen.

Die Lage auf den Bahnhöfen war laut ÖBB Dienstagfrüh eher ruhig. Am Wiener Hauptbahnhof hielten sich demnach 250 Personen auf, am Westbahnhof 50. Auf Bahnhöfen und in Notquartieren hielten sich insgesamt landesweit rund 9.300 Flüchtlinge auf.

Die Minister waren für die Arbeit der ÖBB voll des Lobes: „Ganz Europa schaut da her“, meinte Stöger. „Von der Putzfrau bis zum Generaldirektor, alle haben ein menschliches Gesicht Österreichs gezeigt.“ Die Kollegen hätten in den vergangenen 14 Tagen „ein mörderisches Arbeitspensum absolviert“, betonte Kern. Man zeige, dass man Verantwortung übernehme, die weit über die eigentliche Verantwortung einer Bahn hinausgehe - „wir haben bis zum heutigen Tag nicht gefragt, wer das zahlt“, zeigte sich Kern „ein bisschen stolz“.

~ WEB http://www.oebb.at/ ~ APA189 2015-09-22/11:15