„Mighty Mike“ rockte die Innsbrucker Olympiahalle
Er kam, sah und triumphierte: Darts-Weltmeister Michael van Gerwen (NED) war auch in den Tiroler Bergen das Maß aller Dinge.
Von Daniel Suckert
Innsbruck – Die Liebe zum Darts entdeckte der augenblicklich beste Spieler der Welt schon in jungen Jahren. Geradezu respektlos gegenüber den „alten Hasen“ mischte der Niederländer Michael van Gerwen die Szene mit gerade einmal 17 Jahren auf. Die Krönung schaffte der heute 26-Jährige „Mighty Mike“ (Spitzname) mit seinem Triumph bei den Winmau-World-Masters, der ihn im Alter von 17 Jahren und 174 Tagen zum jüngsten Triumphator eines Major Turniers aller Zeiten avancieren ließ. Auch in Innsbruck führte kein Weg an dem Ausnahme-Darts-Akteur vorbei.
Neun Jahre nach dem ersten Major-Erfolg leuchtet der Name des Niederländers vom Thron der Darts-Weltelite. Noch vor dem britischen Altmeister Phil Taylor, den van Gerwen mit seinem WM-Titel 2014 erstmals seit dem Jahre 2008 an der Spitze ablösen konnte.
Beim Premieren-Auftritt in den Tiroler Bergen durften sich am sonntägigen Finaltag knapp 3000 heimische Fans (Nachmittags- und Abend-Session) von den Qualitäten des Weltmeisters überzeugen. Über Ronny Huybrechts (BEL), Landsmann Raymond van Barneveld, Rowby-John Rodriuguez (AUT) und den Schotten Robert Thornton führte ihn der Weg ins Finale. Da besiegte van Gerwen den 35-jährigen Briten Dave Chisnall mit 6:4.
Zur Belohnung gab es 25.000 Pfund (ca. 32.000 Euro) und einen Besuch am Patscherkofel. Den absolvierte „Mighty Mike“ allerdings im Vorfeld. Er offenbarte seine Bewunderung für das österreichische Ski-Ass Franz Klammer: „Klammer ist einer der größten Sportler aller Zeiten.“
Für die rotweißrote Darts-Elite verlief der Auftritt vor dem heimischen Anhang durchwachsen. Während Mensur „The Gentle“ Suljovic, die Nummer eins Österreichs und Nummer 39 der Welt, bereits in Runde eins ausschied, wuchs der Wiener Rowby „Little John“ John-Rodriguez über sich hinaus und musste sich erst im Viertelfinale gegen den späteren Sieger verabschieden.
Ob es eine Wiederholung in der Olympiahalle geben wird, steht noch nicht fest. Das Turnier war nach drei Jahren in der Wiener Neustadt über Salzburg (2014) in die Landeshauptstadt gewandert. Über 7000 Zuschauer besuchten drei Tage lang das Event.