Flüchtlinge - 11.000 Flüchtlinge kamen am Montag nach Österreich
Wien (APA) - Am Montag sind 11.000 Flüchtlinge nach Österreich gekommen. 8.600 übernachteten in betreuten Notquartieren, 800 weitere verbrac...
Wien (APA) - Am Montag sind 11.000 Flüchtlinge nach Österreich gekommen. 8.600 übernachteten in betreuten Notquartieren, 800 weitere verbrachten die Nacht in Sammelstellen, berichtete Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK). Insgesamt stehen seit Dienstag 16.000 Notschlafstellen bereit.
Das Zielland der meisten Flüchtlinge war weiterhin Deutschland. Auch am Montag und am Dienstag funktionierte die Weiterreise Foitik zufolge sehr gut, wodurch die österreichischen Quartiere entlastet wurden. Neben Bussen und Sonderzügen seien viele Migranten auch über die Grüne Grenze nach Deutschland weitergezogen.
Foitik ging davon aus, dass der Zuzug bis Freitag in etwa gleich bleiben wird. „Es gibt derzeit keine Spitzen, die Situation kann sich aber immer ändern“, sagte der Bundesrettungskommandant. Am Wochenende dürfte sich der Zustrom nach Österreich aber erfahrungsgemäß wieder verstärken. Aufgrund der inzwischen hohen Zahl an Notschlafstellen sehe man aber auch dieser Entwicklung „gelassen entgegen“. Problematisch ist lediglich die lange Dauer des Einsatzes: Falls sich die Situation in den kommenden Wochen nicht entschärft, müssten mehr hauptberufliche Kräfte die Arbeit der freiwilligen Helfer übernehmen.
In Wien waren in der Nacht auf Dienstag in den städtischen Flüchtlingsunterkünften in Wien genau 5.514 Schlafplätze belegt, berichtete ein Sprecher des Flüchtlingskoordinators Peter Hacker. Insgesamt seien 6.871 vom Fonds Soziales Wien koordinierte Schlafstellen zur Verfügung gestanden. In Schlafstellen der Erzdiözese Wien übernachteten 440 Personen.
Rund 2.000 Flüchtlinge haben sich Dienstagvormittag in steirischen Notunterkünften befunden. In der Nacht waren rund 200 mit einem Zug von Maribor nach Österreich eingereist. Sie wurden in das Transitquartier nach Graz-Webling gebracht. Weitere etwa 170 Personen sind zu Fuß über den Grenzübergang Spielfeld auf österreichischen Boden gelangt.
In Oberösterreich ist die Nacht vergleichsweise ruhig abgelaufen. 775 Menschen kamen in den Schlafstellen in Linz, Wels, Schärding, Ried und Rohrbach unter. Die Helfer seien „müde, aber nicht am Limit“, so das Rote Kreuz nach mehr als zwei Wochen Ausnahmesituation. Auch in der Stadt Salzburg blieb die Situation am Dienstag überschaubar. Wie schon die Tage davor brachte ein Sonderzug nach Deutschland mit 400 Flüchtlingen am Montag gegen 21.00 Uhr Entlastung des Notquartiers in der Bahnhofsgarage für die Nachtstunden. In den Zug durften prioritär Menschen steigen, die schon länger in der Garage untergebracht waren, informierte die Stadt.