Neun Männer wegen 21 Fahrrad-Diebstählen in Salzburg vor Gericht

Salzburg/Wals-Siezenheim/Oberndorf (APA) - Wegen des Diebstahls von mindestens 21 hochpreisigen Fahrrädern im Gesamtwert von 88.000 Euro hab...

Salzburg/Wals-Siezenheim/Oberndorf (APA) - Wegen des Diebstahls von mindestens 21 hochpreisigen Fahrrädern im Gesamtwert von 88.000 Euro haben sich neun Männer im Alter von 19 bis 39 Jahren heute, Dienstag, bei einem Prozess am Landesgericht Salzburg verantworten müssen. Sie sollen es vor allem auf Carbon-Mountainbikes abgesehen haben, die in Kellern von Mehrparteienhäusern in Salzburg, Wals-Siezenheim und Oberndorf abgestellt waren.

Staatsanwalt Leon-Atris Karisch warf den Angeklagten gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahl im Rahmen einer kriminellen Vereinigung von April 2013 bis September 2014 vor. Bei den Beschuldigten handelt es sich um sieben Serben, einen Mazedonier und einen Österreicher. Sie seien teils miteinander verwandt oder befreundet, einige würden aus dem selben Ort in Serbien stammen, erklärte der Staatsanwalt dem Schöffensenat unter Vorsitz von Richterin Madeleine Vilsecker. Acht Angeklagte wohnen in der Stadt Salzburg.

Die Täter drangen mit Zentralschlüsseln in die Häuser ein und zwickten die Vorhängeschlösser von Kellerabteilen auf. „Sie gingen arbeitsteilig vor“, schilderte der Staatsanwalt. Einige Angeklagte sollen im Auftrag des 29-jährigen Drahtziehers in die Rolle von „Läufern“ geschlüpft sein. „Er warb vorwiegend junge Männer an. Diese wurden entsprechend eingeschult und mit Einbruchswerkzeugen versorgt.“

Die gestohlenen Räder seien dann zu einem 26-jährigen Mittäter, einen Ex-Tankwart, gebracht worden, erklärte der Staatsanwalt. Dort sei das Diebesgut in Einzelteile zerlegt und in Plastiksäcken für den Transport - zumeist in Fernreisebussen - verpackt worden. „In Serbien wurden die Fahrräder gewinnbringend weiterverkauft. Es wurde eine Vielzahl an Fahrrädern gestohlen. Die Rede ist von 70 Rädern. Großteils war die Zuordnung aber schwierig. Bei 21 Fahrrädern gelang eine Zuweisung.“ Es habe auch einige DNA-Treffer gegeben, sagte Karisch.

Die Beschuldigten wollten sich durch den Verkauf der Mountainbikes ihr Einkommen auffetten beziehungsweise ihre Schulden zurückzahlen. Zwei Angeklagte waren bereits wegen groß angelegter Fahrraddiebstähle im Jahr 2007 in ein Gerichtsverfahren verwickelt. Bis auf einen 28-jährigen Gelegenheitsarbeiter, der in Serbien wohnt und seine Unschuld beteuerte, lieferten heute alle anderen Angeklagten zumindest ein Teilgeständnis ab. Außer einem 19-jährigen Lagerarbeiter bestritten sie allerdings, die Taten im Rahmen einer kriminellen Vereinigung begangen zu haben.

Rechtsanwalt Leopold Hirsch, der den mutmaßlichen Drahtzieher, dessen 39-jährigen Angehörigen und den 28-Jährigen, der sich nicht schuldig bekannte, verteidigte, meinte: Auch wenn mehrere Personen die gleiche Tat verübt hätten und einige miteinander verwandt seien, müsse es sich nicht gleich um eine kriminelle Organisation handeln. Für Hehlerei sei zudem auch keine große Kenntnis erforderlich.

Doch der Verteidiger des 19-Jährigen, Rechtsanwalt Peter Lechenauer, war anderer Ansicht. „Er wird sich schuldig im Sinne der Anklage bekennen. Dass hier ein organisatorischer Inhalt gegeben ist, wird wohl niemand bestreiten können. Mein Mandant war aber nur ein untergeordneter Mittäter.“ Auch andere Verteidiger betonten, ihre Mandanten hätten nur einen untergeordneten Tatbeitrag geleistet. Der Prozess am Landesgericht Salzburg soll morgen, Mittwoch, fortgesetzt werden.