Alitalia sucht neuen CEO, Montezemolo vorerst allein am Steuer

Rom (APA) - Alitalia sucht nach einem neuen Geschäftsführer, nachdem CEO Silvano Cassano nach weniger als einem Jahr an der Spitze der anges...

Rom (APA) - Alitalia sucht nach einem neuen Geschäftsführer, nachdem CEO Silvano Cassano nach weniger als einem Jahr an der Spitze der angeschlagenen Fluggesellschaft am Freitag überraschend zurückgetreten ist. Mehrere Kandidaten sind für seine Nachfolge im Rennen.

Die Suche nach einem Manager, der die italienische Airline aus den Turbulenzen führen soll, ist nicht einfach. Als möglicher CEO kommt der französische Manager Bruno Matheu in Frage, der bereits als Vertreter von Air France im Aufsichtsrat der Alitalia war. Auch der Alitalia Alitalias amtierender Finanzvorstand, der Schotte Duncan Naysmith, wird als möglicher Nachfolger von Cassano gehandelt.

Nicht ausgeschlossen wird jedoch, dass Verwaltungsratspräsident Luca Cordero di Montezemolo, der nach Cassanos Rücktritt interimistisch auch den Posten des CEO übernommen hat, noch länger allein am Steuer der Airline bleiben könnte, berichteten italienische Medien am Dienstag. Der Topmanager, der im vergangenen Jahr nach 23 Jahren die Führung des Sportwagenherstellers Ferrari verlassen musste und zu Alitalia gewechselt war, könnte zusammen mit einem Generaldirektor künftig die Airline führen.

Laut Medien soll CEO Cassano mit Montezemolo in Konflikt geraten sein und deswegen das Handtuch geworfen haben. Montezemolo ist mit den Halbjahresergebnissen unzufrieden, die Cassano zuletzt vorgelegt hat. Die Erneuerungsstrategie der Airline zeigt vorerst noch keine Ergebnisse, der Sanierungsprozess schreitet zu langsam voran. Die Airline meldete im ersten Halbjahr Verluste von 130 Mio. Euro, das sind 30 Mio. Euro mehr als im Vorquartal. Dieses Ergebnis ist unter anderem den gravierenden Folgen eines Brandes auf dem Flughafen Rom Fiumicino zuzuschreiben, die den Airport wochenlang schwer belastet hatten.

Alitalia will sich international neu positionieren. Dies soll mit mehr Langstrecken-Verbindungen und einem exzellenten Kundenservice erfolgen. Dabei will man vor allem auf Nordamerika und Asien setzen. Zudem wurde die interkontinentale Flotte mit zwei neuen Maschinen des Typs Airbus A330 gestärkt.

Cassano wurde 2014 Chef, nachdem Etihad zustimmte, 49 Prozent von Alitalia zu übernehmen. Nach dem Zusammenschluss mit der Airline aus Abu Dhabi prognostizierten die Italiener eine Rückkehr in die Gewinnzone bis 2017.

~ WEB http://www.alitalia.com/ ~ APA259 2015-09-22/12:26